Inselgedanken

Blick nach vorne. Blick zurück. Wechselspiel. Habe einen alten Eintrag gefunden, der in der Zwischenablage versauerte. Er soll seinen Auftritt bekommen. Bühne frei.

27. Juli 2012

9.02 Uhr. Auf dem Weg zur NOB nach Sylt. Die Sonne flutet ihr warmes Morgenlicht durch die Straßen der Stadt. Die S-Bahn rattert durch Altona. Graffitti an Häuserwänden. Großstadtlärm klingt in der Luft – so vertraut. Sehnsüchtig erwartet. „Ich rieche den Dreck, ich atme tief ein, und dann bin ich mir sicher, wieder zu Hause zu sein“. Wieder Nordlicht sein. Die Dünen warten.

Die Nacht am Strande

Sternlos und kalt ist die Nacht,

Es gärt das Meer;

Und über dem Meer, platt auf dem Bauch,

Liegt der ungestaltete Nordwind,

Und heimlich, mit ächzend gedämpfter Stimme,

Wie ’n störriger Griesgram, der gut gelaunt wird,

Schwatzt er ins Wasser hinein,

Und erzählt viel tolle Geschichten,

Riesenmärchen, totschlaglaunig,

Uralte Sagen aus Norweg,

Und dazwischen, weitschallend, lacht er und heult er

Beschwörungslieder der Edda,

Auch Runensprüche,

So dunkeltrotzig und zaubergewaltig,

Daß die weißen Meerkinder

Hoch aufspringen und jauchzen,

Übermutberauscht.

(Heinrich Heine)

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