Der Tag, an dem wir Strandkorb 911 stahlen

Wer hätte gedacht, dass ich so schnell wieder ins Wasser komme. Vor nur vier Tagen stand ich noch an der Wasserkante in St. Girons und jetzt klatscht mir auf Sylt die Uferwelle an die Fußgelenke. Hallo Nordsee! Viel mehr konnte der Atlantik auch nicht zeigen. Mindestens drei Stunden verbringen wir im Wasser, einige andere Bretterfreunde tummeln sich mit uns in der Brandung von Westerland. (Extrem) Frühes Aufstehen hat sich gelohnt. Zwei Stunden vor Hochstand, kaum Wind und circa 3-4 Fuß Welle. Ideal! Die  Sonne strahlt schon und wärmt. So kalt ist das Wasser aber auch gar nicht, angeblich sind es nur 13 Grad, aber mein Kopf friert kaum beim Durchtauchen. Kein brainfreeze, alles entspannt.  Gegen zehn kriechen die Rentner und Urlauber aus ihren Appartements, die Strandwanderung beginnt. Der Wind frischt auf, die Welle geht. Wassereinheit beendet, jetzt ist Strandtag angesagt. Das Kurkonzert im Hintergrund wird durch die leichte Brise zu uns an den Strand getragen …“Aanita, Anita“ … man schunkelt und klatscht und wippt mit den künstlichen Knie- und Hüftgelenken. Bei uns gibt es Crepe und Café im Strandkorb. Apropos Strandkorb: den haben wir uns dreist erschlichen (Haben uns schon um die Kurtaxte rumgemogelt, aber wenn da um acht morgens noch keiner sitzt…) und lange geht das auch gut. Wir residieren für lau. Der Korb wird schon zur Sauna, eigentlich liegen wir jetzt eher davor als darin. Und dann kommt doch noch einer im roten BaywatchOutfit und baut sich vor uns auf. „Ihr Schmarotzer, der Herr hier hat den Strandkorb gemietet!“ Dem deutschen Spießbürger seinen zeitig gebuchten Strandkorb zu stibitzen, das geht aber auch wirklich gar nicht. Dieses hedonistische Surferpack fläzt sich in meinem Strandkorb.  Wie die Planung wohl in jenem Hause aussehen mag, „Schatz, hast du schon den Strandkorb für nächsten Sommer reserviert? Wir sind spät dran, es ist schon November. Wieder genau den Gleichen, ja?!“ Dann nimmt er doch einen anderen, noch sind genügend frei. Und wir können weiterdösen.

Dann abends noch das Meer gewechselt. Nord- zu Ostsee. Abschluss an der Kieler Förde, die Sonne knallt bis zuletzt, um dann (fast, das wäre ja sonst zu kitschig) hinter der Gorch Fock zu versinken. Rollend durch die Stadt, auf Rad und Skateboards, den noch noch nicht ganz so lauen, aber idyllischen Sommerabend auskosten. Alles richtig gemacht, aber wirklich!

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