The Art of Crabbing

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Ann schließt ihre Augen, in ihren Gedanken wandert sie zurück in ihre Kindheit, erinnert sich an die Geschichten ihrer indianischen Vorfahren. Sie will uns die Mythen erzählen, die ihre Großmutter ihr erzählt hat. „Time to get in granny mood“, she says and takes a deep breath. Es ist schon 21 Uhr, das Licht schwindet, wir sitzen in einer nebligen Augustnacht auf dem Dock in Bandon, Oregon. Langsam kriecht die Feuchtigkeit in meine Klamotten, ich kauere mich auf dem Campingstuhl zusammen, mit den Armen die angewinkelten Beine umschlungen. Unsere Krebskörbe hängen im Wasser, mit altem stinkigen Hühnchenfleisch als Köder gefüllt – das mögen die Krebse, wahre Gourmets. Das Wasser steigt, die Flut treibt unsere Beute in die Mündung des Coquille Rivers. Heute Nacht sind wir Jäger. Ann atmet aus und beginnt. Es ist die Geschichte des Wolfsjungen, der klein und schwächlich in Zeiten des Hungers geboren wurde, der, weil er für seine kümmerliche Erscheinung gehänselt wurde,  Ärger und Hass in sich trug, alles um ihn kurz und klein schlug. Bis eine alte Indianerfrau ihn vor die Wahl stellte: There are two characters inside of you and you have to choose which one you want to be. The wolf or the owl, the angry outsider or a social part of the community. Er verbrachte viele Tage und Nächte im Wald, überlegte wer er sein wollte. Schließlich kehrte er zu seinem Stamm zurück, mit der Entscheidung eine Eule zu werden. Seine Aggressionen verschwanden, er wandte sich seinen Stärken zu, wurde der beste Bogenschütze im Land und, als seine Zeit gekommen war, wurde er ein beliebter Häuptling, der für das Wohlergehen seines Stammes sorgte. Das Licht des Mondes bricht hinter den Wolken hervor, es lässt die Nebelluft noch milchiger erscheinen. Wir sind die letzten Wächter des Docks, die ausdauerndsten Krebsfischer von Bandon heute Nacht. Bis auf ein paar adlergroße Möwen. die aufmerksam auf den Holzplanken um uns herumtappen – sie warten auf ihren Happen der Beute. Ein Robbenkopf taucht dann und wann auch aus dem Wasser auf, wir hoffen, dass dieser Jäger nicht auf unser stinkiges Fleisch in der Tiefe steht…. Welche Geschichten könnt ihr erzählen? fragt Ann in die Runde. Schweigen, keiner traut sich. Haben wir das Geschichtenerzählen verlernt? Haben wir es überhaupt jemals erlernt? Wir haben kaum orale Kultur, eine wie die Indianer sie pflegten. Mündliche Überlieferungen sind selten, Geschichten wurden eher gelesen als erzählt. Aber wir leben und erleben, täglich. Wir haben Geschichte(n), Leid und Freud erlebt. Geschichte! Damit brüsten wir Europäer uns doch immer vor den Amis. Ich beginne, erzähle von der Vergangenheit meiner Großeltern, von der Kinderlandverschickung im Krieg und von der Flucht aus Breslau. Mervé aus Rhode Island hat türkische Wurzeln, sie erzählt vom Aufwachsen mit zwei Kulturen, von ihrer liberalen Mutter und ihrem konservativen Vater, vom Wert der Familie in der Türkei und sie vergleicht, kontrastiert die Herzlichkeit der türkischen Kultur mit der gespielten Harmonie vieler amerikanischer Familien, setzt die Zusammenkunft dem Materialismus gegenüber, emotionale Ehrlichkeit statt verzweifelter Fassade. Die Mädels aus Utah, Mekela und Sammy, sind zunächst still, lauschen den Geschichten aus einer für sie fremden Welt, sie haben Utah bisher kaum verlassen und fragen schüchtern wo die Türkei liegt. Mit 18, gerade die High school verlassen, kein Wunder, wer könnte es ihnen übel nehmen. Aber sie sind neugierig, wollen studieren, nur das Geld macht ihnen sorgen. Warum, fragt Mekela sichtlich empört, kann es sein, dass ihr in Deutschland fast umsonst studieren könnt und wir müssen so viel zahlen? So kommen auch die beiden ins Reden, erzählen von ihren Hoffnungen und Ängsten, von den möglichen Studiengängen und den vergangenen Sommerabenteuern. Irgendjemand beginnt eines dieser alten Mädchenklatschspiele vom Schulhof. Wir alle haben sie gespielt, kennen andere Texte, aber die gleichen Rhythmen, wir klatschen und lachen schallend in die stille Nacht hinein. Irgendwo klingt Karaokegesang aus einer Bar. 22:30 Uhr: Poor George ist noch immer einzige Krebs, der in unserem Eimer mit den Scheren klackert und angstvoll die Stielaugen bewegt. Der Arme. Ich komme mir vor wie Kaiserin Sissi, die den Papi davon abbringt die niedlichen Tiere zu schießen: Ich möchte ihn retten, freilassen! Wir dürfen ohnehin nur Männchen fangen, und die müssen die entsprechende Größe haben. Alle außer George mussten wir wieder in die Freiheit schütteln und kicken, die Weibchen – wir erkennen das Geschlecht durch die Maserung der Panzer – sind besonders aggressiv. Fasst man jedoch die Männchen von hinten an ihren Panzer verharren sie, sind fast regungslos, kampflos ergeben sie sich uns Amazonen der Nacht. Doch es ist keine ertragreiche Nacht. George bleibt der Einzige und das ist sein Glück. Letztendlich schenken wir auch ihm die Freiheit, sein Tod ist ein karges Mahl auf unserer Seite nicht wert. Dann packen wir zusammen, holen die Leinen und die Körbe ein. Der Rest Gammelfleisch geht an die Möwen und die Robbe, tut euch gütlich daran! In einer Nebelkaravane trotten wir vom Steg, durch die Nacht, ein leichter Wind weht Fischgeruch durch die Straßen von Bandon, das Donnern der Brandung dringt vom Meer herüber. Schlafenszeit.11948265_10206026387972202_1079140453_n (1) 11938189_10206026386652169_434647015_n 11911912_10206026385532141_363131210_n

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New Jersey: Meeting Mascha

Foto 09.07.15 16 58 58Beach voices of the New Jersey shore, summer 2015

Dan: „The hardest thing in my life is to put on a bathing suit in the morning. Sometimes I even forget what day it is.“

Sue: „During the summer, we leave the beach only for weddings and funerals.“

Foto 07.07.15 13 33 06New Yorks Penn Station liegt an der 34. Straße im Herzen Manhattans. Von hier fahren die Züge ins ganze Land. Meinen Rucksack auf dem Rücken stapfe ich durch die wuselnde Masse zum Schalter des New Jersey Transit, ein Zug der mich nach Sueden an die Küste New Jerseys bringen soll, genauer: nach Long Branch, zu Mascha.

7 Tage später. Ich hatte nicht geplant hier eine ganze Woche zu bleiben. Aber der Strand ließ mir praktisch keine Wahl, es war an der Zeit wieder braun zu werden, wieder Shorts und Bikini zu tragen, barfuß auf warmem Asphalt zu laufen. Die Jersey Küste um Long Branch und Sea Bright hat den Charme eines filmreifen amerikanischen Sommerausflugs ans Meer: Eine Strandmeile mit kleinen Geschäften, in denen es Schwimmtiere und maritime Mitbringsel zu kaufen gibt, dazwischen bieten schicke Restaurants mit Cocktailbars entlang des Boardwalks Austern und Champagner an. Strandstühle – beach chairs –  mit Kühlfächern und Sonnenschirme sind die bunten Tupfer des langen Sandstrandes und ein must-have.  Große Parkplätze für viele grosse Autos lassen auf die Beliebtheit des Kuestenstreifens schliessen, dazu verlangt an jedem Strandzugang ein kleines Häuschen 8$ ‚Kurtaxe‘ für das sandige Erlebnis. Vom Strand aus kann man bei gutem Wetter New York sehen, von dort kommen die Besucher am Wochenende in Scharen. ‚Benny‘, so nennen die locals abwertend diese sommerlichen Besucher – damit ist der Spitzname übrigens für mich schon mal ausgeschlossen.

Die Tage hier haben keinen Takt, sie fließen dahin. Vom morgendlichen Bagel – New Jersey Pork Roll! – oder Eggs, Bacon und Wheetgras Shots, direkt an den Strand, ins Meer die Hitze ertränken und den Schweiß abwaschen, Volleyball am Nachmittag oder Abend, dann in die die nächste Bar, oder auch in die German Beer Hall in Asbury, als Finale in der Hot Tub Nachts die Sterne beobachten, nicht ohne frisch gezapftes Bier von der hauseigenen Terrassenbar natuerlich . Eines ist mir jetzt klar: Die Prohibition war die dümmste Idee, die amerikanische Politiker jemals hatten. Hier ist Alkohol im Spiel. Für den ersten Volleyball Abend am Strand von Sea Bright ist das wörtlich gemeint – Liz, die uns mit Getränken beliefert, grinst vom Spielfeldrand aus, als wir den ersten Schluck vom Gatorade nehmen, ein Sportgetränk, das jetzt verdächtig nach Vodka schmeckt. Dabei habe ich den Cocktail im Beachclub schon fast vergessen, den wir vor dem Spiel als Auftakt geschlürft haben. Danach geht es direkt weiter ins DIVE, eine Bar an der Meile von Sea Bright. Nicht unbedingt bekannt für die besten Drinks, wie mir Maschas Freund Dan der Bartender erklärt, aber das Essen ist hervorragend, vor allem die Tacos mit Pulled Pork und die Austern – ein Bier dazu geht natürlich auch hier. Darauf folgt noch eins, dann kommt der Zimtschnaps Fireball und mir klingen die Glocken in den Ohren und draußen rieselt leise der Schnee – schmeckt wie Weihnachten. Alle Bars hier sind jedoch Nichts gegen Donovan’s. Donovan’s! Vor zwei Jahren wurde die beliebte Strandkneipe von Sandy zerstört, der Supersturm hat hier fast die gesamte Küste zusammengeweht. Heute, zwei Jahre später, sind die meisten Schäden behoben. Die Menschen haben ihre Häuser wieder aufgebaut, der Strand ist wieder breiter geworden, weil im Winter Sand durch große Rohre vom Meeresgrund ans Ufer gepumpt wurde. Nur Donovan’s blieb bisher geschlossen. Vor ein paar Wochen machten Gerüchte die Runde, Hey, habt ihr das auch gehört, Donovan’s öffnet seine Tikibar am Strand wieder! Dieses Wochenende war es tatsächlich soweit. Seit Freitag um 10 Uhr gibt es kein anderes Thema mehr, geschäftiges Räumen an der Bar, die ersten Kunden warten gespannt und beobachten jede Regung des Personals. Ungeduld macht sich breit. Mir ist der Alkohol ziemlich schnuppe, irgendwie finde ich das alles hier sogar ziemlich nervig und lächerlich, jedes zweite Wort ist BEER!, booze ist das Hauptthema, immer und ueberall. Aber die Spannung in der Luft macht sogar mir als Touri klar, wie besonders diese Wiedereröffnung sein muss. Dann irgendwann zischt die erste Dose Bier und ab da gibt es kein Halten mehr. Samstag Abend: Wir sitzen im Sand, der Ice Tea hat einen im Tee und wir auch bald, während wir halb ernst halb albern auf Bruce Springsteen warten. Bruce ist hier in New Jersey zu Hause und das letzte Mal ist er wohl tatsächlich im Donovan’s aufgetaucht und hat ein kleines Spontankonzert gegeben, in Latzhose und mit Cap. Heute Abend taucht der Boss nicht auf, aber der DJ mischt in die Chartmusik des Tages langsam die Elektrorythmen der Nacht. Beachgirls in kurzen schwarzen Kleidern schwingen die Hüften, an der Tikibar dauert es 20 Minuten bis ich einen Drink bekomme. Die Hawaiiketten am Bambushäuschen der Tikibar schwingen in der leichten Brise, die Scheinwerfer beleuchten den Strand und den instabilen Bambuszaun, der uns symbolisch vom restlichen Teil des Strandes abtrennt. Hier ist trinken erlaubt, ‚ dort draußen‘ selbstverständlich nicht. Deshalb ist Donovan’s so eine sensation: Ganz offen und das legal am Strand trinken können, ohne die Bierdose im Shirt einzuwickeln oder den Alkohohl in Trinkflaschen umfüllen zu müssen. Kannste ja keinem Europäer verkaufen, dass Trinken am Strand etwas  Außergewöhnliches ist. Aber hier eben schon…Der Sonntag ist dann ein richtiger Sonntag. Auf der Garagenauffahrt steht der dicke Grill, davor parken die dicken Autos. Es gibt BBQ: Ribs. Coleslaw. Mudpie. Sangria Bowle. Und wie sollte man den Tag anders überstehen: Budwiser. Budwiser. Budwiser. Ich lerne Kan Jam und Cornhole – zwei Spiele für den Garten, so normal hier wie Bodgia oder Federball bei uns. Dieser Trip ist wahrhaft eine kulturelle Studie, ich bin mittendrin in der amerikanischen Kultur.

Kommen wir zum Wasser. Da faellt mir ein: Haie. Diese Woche ist „Shark Week“ im Discovery Channel, der laeuft im Dive non-stop. Menschen tauchen in Käfigen zu den grossen Weissen hinab, andere lassen sich in Kettenhemden von den Viechern anknabbern oder versuchen sie auf den Rücken zu drehen und so in Trance zu versetzen. Berichte von Haiangriffen und fehlenden Gliedmaßen, von wissenschaftlicher Forschung und Erkenntnissen. Man soll ja nicht so gegen Haie haten, wieder kommen die Argumente auf  ‚es sterben mehr Menschen durch Hunde, Sektkorken und Kokosnüsse‘, aber ein mulmiges Gefühl bleibt. Besonders, weil es dieses Jahr hier an der Ostküste schon diverse Sichtungen und einige Attacken gegeben hat. Super Vorbereitung: Dan nimmt Mascha und mich mit zum Surfen, ein paar kleine Wellen spuckt die Ostküste für uns aus. Sobald ich auf dem Brett über den ersten Wellenberg hinweg paddle, die Gischt auf den Lippen schmecke und die Paddelbewegung sich wieder wie das Natürlichste der Welt anfühlt,  sind alle Haie laengst vergessen. Endlich wieder surfen! Es ist so heiß, an einen Neoprenanzug ist nicht zu denken. Im Badeanzug gibt es von der Sonne gleich eine Quittung, in Form eines runden Kreises auf dem Rücken und rote Schultern. An meinem letzten Morgen floaten wir im sommerlichen flow einen Fluss hinunter – Dan auf dem Stand up paddle Board, Mascha auf einer komfortablen Luftmatratze mit Rückenlehne und ich auf einem eher weniger komfortablen Reifen, der eigentlich eine snow tube ist. Die Leute auf den Booten winken uns zu und gucken ein bisschen verwirrt. Die Tide ist entscheidend. Jetzt treibt uns die Flut in Richtung Norden, später soll die Ebbe uns zurück bringen. Dafür müssen wir warten, Wo? Natürlich in einer Bar Schrägstrich Restaurant. Ganze vier Stunden Sonne, Drinks, Food und Schwimmen. Dabei beobachten wir den Fluss, sehen wie die Strömung sich verlangsamt, wie kleine Wellen und Wirbel entstehen und wie schließlich, ganz langsam, das Wasser in die andere Richtung zu fließen beginnt…

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Foto 13.07.15 17 29 36Weiter geht es hier: Richtung Virginia Beach, hitching a ride mit Simona und Chris….https://blogmopped.com/2015/07/14/hitching-a-ride/

Crumbs of the Big Apple Crumble

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Die Kästen der Airconditions schwitzen auf den Gehweg und hinterlassen nasse Flecken. Daneben platscht Taubenkacke dampfend auf den Asphalt. Von den schwarzen Müllsäcken am Straßenrand steigt übel riechende Luft auf, daneben rinnt braune Brühe die Gosse hinab, dem Zebrastreifen entgegen, und mündet in einem Müllstrudel aus plastic bottles und gelblichem Schaum. Die Stadt ist mir nicht fremd, aber ich habe sie noch nie in ihrem Sommerkleid gesehen, geschweige denn gerochen. Vor zwei Jahren trug sie Pelzmantel und Ohrenschützer, Stiefel und Strumpfhosen. Da waren die Bäume des Central Parks blattarm und eissteif, jetzt grünt und blüht es hier und Vögel hüpfen und zwitschern, als wollten sie der Stadt eine ländliche Idylle überstülpen. Segelboote bevölkern den Hudson River, daneben paddeln Kayakfahrer im Strom und Sonnenanbeter biegen sich in Yogaformation auf den Grünflächen am Fluss. Modisch zeigt sich der Sommer in allen Formen und Farben, von Hotpants bis Blümchenkleid. Bauchfrei scheint wieder in zu sein.

Ich schnüre die Laufschuhe um 5:52 Uhr, der Jetlag hat mich noch fest im Griff. Die 30 Grad des gestrigen Tages liegen noch in der Luft. Es ist schwül als ich aus den Jefferson Towers trete, immerhin kühler als tagsüber. Eine leichte Brise weht durch die Straßenschluchten. Ich trabe los, die 95. Straße nach Westen quere ich die Amsterdam Avenue und den Broadway. Am Hudson ist um diese Uhrzeit schon Betrieb, den neonfarbenen Läufern und Radfahrern gehören die lanes des Riverside Park. Ich reihe mich ein in den frühsportlichen Wahnsinn. Ein Stand up Paddler arbeitet sich nahe des Ufers stromaufwärts nach Norden, einige Minuten gleiten wir nebeneinander her, vorbei an den Booten, deren Masten und Rümpfe rötlich gefärbt sind von der aufgehenden Sonne.

Später am Tag rast das NYPD unter hektischer Sirene durch den Central Park, in dem die New Yorker – und ich – auf Wiesen und Felsen in der Mittagspause entspannen. Überall Sirenen. Und Parks! Die Stadt ist süchtig nach grün, der Asphaltdschungel braucht richtigen Dschungel zum Ausgleich, die gläsernen Fassaden wollen grün spiegeln. Im Prospect Park in Brooklyn steigt ein Drache auf und Grillgeruch in die Nase, kleine bunte Grüppchen tollen mit Bällen und Hunden auf der großen Wiese hinter der Grand Army Plaza. New York ist ein beispielloser meting Pot. Hautfarben, Gesichtszüge, Körpermaße – alles schmilzt hier in der Hitze zu einer Einheit und bleibt gleichzeitig in seiner Vielfalt erhalten. „Happy 4th“ klingt an meine Ohren. Independence Day. Ob ich mir den Zeitpunkt meiner Ankunft bewusst ausgesucht habe,für einen richtig amerikanischen Einstieg? Not really…aber hier macht sich ohnehin jeder ein bisschen über übertriebenen Nationalstolz lustig. Beim Feuerwerk später versperren die Wolkenkratzer mir so sehr die Sicht, dass ich das Spektakel eigentlich nur akustisch verfolgen kann. Es hallt in den Hochhauscanyons. Nun ja, optisch ist zumindest die Reflektionen in den Fassaden drin.

Governor’s Island liegt nicht weit vom Festland, südlich der Spitze von Manhattan. Wir brettern mit der Fähre über den Buttermilk Channel hinüber und finden wieder ein Park. Die Insel ist ein ehemaliges Militärgelände auf dem heute Foodtrucks ihre Burgerpatties grillen, Touristen die Aussicht auf die Skyline und Lady Liberty genießen und auf der weitläufigen hügeligen Wiese rund um das Hauptgebäude die Picknickdecken ausbreiten. Trotz der Besucherscharen, die hier jede Stunde mit dem Boot einfallen, verteilen sich die Massen schnell. Keine Spur von der Hektik Manhattans. So klingt der Tag aus, wir nehmen die Fähre zurück aufs Festland und streifen mit der untergehenden Sonne durch den dicht bevölkerten Brooklyn Bridge Park der Subway entgegen. New York, New York – es war schön dich wiederzusehen, aber ich glaube das reicht mir jetzt mit Stadt. Es ist Zeit aufzubrechen…

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Bestes Bild, purer Zufall: Minion und Banana vereint. Bananaaaaaa…
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