Wir sind eine Schicksalsgemeinschaft, die Banane und ich. Sie fürchtet erdrückt oder gegessen zu werden, dabei will ich mich nur an ihr festhalten. Sie ins Ziel tragen. Mein Magen würde sie ohnehin nach diesem 1,5km Chiemseehochseeabenteuer und den feuchtwarmen 40 hügeligen Radkilometern nicht vertragen. Die Banane, meine Begleiterin auf den letzten neun Kilometern. Sie wurde mir von einem freiwilligen Helfer am Verpflegungsstand gereicht. Nach dem ersten verflucht geraden Kilometer stand er da und hielt sie mir vor die Nase. Was konnte ich anderes tun als sie zu greifen? Sie war perfekt, eine wahre Paradiesfeige, dabei keine ganze. Man schnibbelt Bananen bei Wettkämpfen in 3-4 Stücke, Häppchen, mundgerecht für die Sportler. Ich hatte ein Endstück erwischt. Noch geschlossen auf der einen Seite, mit dem Staudenpinöpel dran. So wie Affen sie schälen, mit dem Pinöpel nach unten. Auf der anderen Seite offen, glatt abgeschnitten, mit Blick auf das gelbliche Fruchtfleisch. Bananen gehören, wer hätte das gedacht, als Früchte zu den Beeren und werden im botanischen Fachjargon Finger genannt. Ich hatte einen abgeschnittenen Finger, aber einen der sich ganz ausgezeichnet anfassen lies. Ich knetete und drückte, während die Kilometer stetig weniger wurden. Am Ende war sie schleimig geworden, nass. Und ein bisschen zu fest gedrückt hatte ich wohl auch. Sie fand ihr Ende in der schwarzen Mülltonne am Zieleinlauf. Hinter der Ziellinie wohlgemerkt. Das Rennen hatten wir zusammen gemeistert. Schicksalsgemeinschaft. Die Banane und ich. Beim Chiemsee Triathlon 2017.









