Im Fell eines Anderen

Es war schweißtreibend, einige Kinder liefen schreiend weg und manche hielten mich für männlich (O-Ton FackjuGöte-Jugendlicher: „ey bist du n Typ? Kla, fühl ma anner Schulta ey, isch schwör, du bist n Typ!“) – no matter what: I crossed something off my bucket list this weekend:

  • Work for a promotion company and wear a mascot costume, CHECK √

Einmal im Leben ein Muskel-Kater sein, eher ein muskulöser Kater und bei näherer Betrachtung doch eher dickbäuchig und aufgeschwemmt mit Schuhen der Dimension eines Waldbrandaustreters. Aber egal, denn aller Hitze und den seltsamsten Reaktionen zum Trotz gab es hauptsächlich Folgendes zu beobachten: Leuchtende Kinderaugen und sanfte Streicheleinheiten, kräftigen Händedruck und High Five’s, gekreischte Begeisterung, schwungvolle Umarmungen (Asiaten ganz vorne!), die lächelnde Wiederbelebung abgekämpfter Radfahrer und vor allem jede Menge Fotos!

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Eastcoast Roadtrip mit Karo – Tag 3

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Dienstag, den 02.04.2013

„Ey, der Typ macht sich über meine Unterhose lustig“ ruft Karo mit einem Café in der Hand und deutet durch die Fensterscheibe der kleinen Bäckerei spielerisch empört auf einen Mann, der gerade grinsend unser Auto passiert. Unsere Sachen hängen zum trocknen, in die Fensterscheibe eingeklemmt, an der Autotür. Während wir in einem schnuckeligen Café sitzen und, surprise,  Kaffee, Bagel und irgendwie auch WiFi, also fb Nachrichten, frühstücken. Es ist halb elf und wir sind großartiger Laune. Und schon seit 3,5 Stunden auf den Beinen.

Wofür braucht man eigentlich Hotelbetten? Morgens im Auto aufzuwachen bringt einen dazu, ziemlich effektiv im Aufstehen zu werden. Man erwacht mit dem ersten Licht, zieht die obersten Klamotten aus dem Rucksack, zieht sich an,  dann wird noch alles umgeklappt und los gehts. Demnach fanden wir uns heute morgen um 7 Uhr schon auf dem Weg zum Folly Beach, einem Strand kurz hinter Charleston, South Carolina. Was uns da erwartete, das könnt ihr euch auf den Fotos anschauen. Schon wieder so ein absolut lebenswertes Fleckchen Erde. Während unseres Strandlaufs begegnet uns kaum eine Menschenseele. Kurzer sehnsüchtiger Surfcheck: Es brandet zu schwach, aber die Wellen brechen perfekt. Absolut definiert und sie laufen und laufen, für einen Beachbreak ziemlich gut. Noch steht kein Wind auf dem Wasser. Magische Morgenstunden. Nach dem Lauf spielen wir Yogis, verbiegen und dehnen uns am Strand. Alles glänzt und wir strahlen mit dem Morgenlicht im Einklang, OM! Die Strandduschen am öffentlichen Parkplatz sind saukalt, aber die einzige Möglichkeit für zwei Autoreisende mal wieder gut zu riechen.  Und danach fühlen wir uns so frisch, so frei und so so wach.

Weiter gehts Richtung Savannah. Ich habe mich  darauf verlegt, die Blogeinträge auf dem Beifahrersitz zu schreiben. Gleichzeitig ist der Laptop via Kabel ins autoradio eingestöpselt und wir haben die ganze Palette der 3567 Songs zur Auswahl. Das ist jetzt ein richtiger Roadtrip. Obwohl wir zwischendurch immer mal wieder auf das Radio ausweichen, weil es hier so unglaublich gute radio stations gibt. Aber erstmal versetzt uns good old Jack Johnson in Sommerlaune. Die Landschaft erinnert mich inzwischen an die Landstraße im Hinterland der französischen Atlantikküste im Spätsommer. Lange zweispurige Straßen, rechts und links Pinien oder Seekiefern, zumindest nadelige Vegetation. Braun und grün als dominate Farben, die Sonne lässt alles trocken, aber wunderbar nach Sommer aussehen. Und duften. Die Wärme schmeckt nach kurzen Klamotten und Barfußlaufen. My feet on the dashboard. Aus gegebenem Anlass hören wir Passenger Seat, Death Cab for Cutie.  „With my feet on the dash, the world doesn’t matter“. Auf der Straße haben wir schon zwei Hamburg Süd Container gespottet. Und Karo entdeckt ihre biologische Ader auf diesem Trip. Seit die Landschaft südlicher wird und rechts und links immer mehr Flussarme und Seen auftauchen, ist sie auf der Suche nach Krokodilen. Und dann kommen auch so Kommentare wie „Hm, meinst du im Turtle Creek gibt es Schildkröten?“ Wunderbar! Savannah nennt sich selbst „Schönste Stadt der USA“. Wir nehmen uns 1,5 Stunden um diese selbsternannte Perle im Bundesstaat Georgia zu erkunden.  Nett und warm ist es, aber naja, wir wollen es nicht übertreiben mit dem Lob.  Passt schon. Während wir Stunde um Stunde mit unseren durschschnittlich 60 mph dahin cruisen, arbeiten wir Karo eine thematisch passende Spinningstunde  mit dem Titel „Durch den Osten der USA“ aus. Mit den passenden  Liedern, die uns auf der Fahrt durch die Ohren und ans Herz gehen. Klopfen die Rythmen auf die Beine, treten im Geiste die Pedalen des im Stehen rasenden Rades. Geht das?  Wo ist der Beat? Genial, das geht total ab!  Die Meilen fliegen dahin, wir kratzen an der 1000 Meilen Marke. Und haben erst zweimal tanken müssen, $85 insgesamt bisher. Nice! Kurzes Abendessen in einer legendären Restaurantkette der Südstaaten, „Sonny’s BBQ Restaurant“. Unser Fleischbedarf für eine Woche ist gedeckt, riesige Portionen. Gut, dass wir schon gelernt haben zu teilen (vielleicht ist das die Moral von der Geschichte der riesigen Portionen in Amerika: Wir sollen teilen. Nur diesen Wink bisher keiner so richtig verstanden.) Whatever, das Essen war lecker! Wir überqueren die Grenze des Sunshine State um 18.30. Florida, check! Durchqueren  die erste Stadt, Jacksonville, an der Ostküste, die wir meiden können, so der Insidertipp. Apropos: Zu unserer Staaten Liste fügen wir hiermit Georgia und Florida hinzu. Das macht insgesamt 9 bisher (für mich sogar 10, ich war ja schon in California). Unsere geographische Kompetenz hat sich, was die USA angeht, schon eindeutig verbessert, da sind wir uns einig! Ein geplatzter Reifen geht übrigens NICHT auf unsere Konto, jedoch auf das eines Lasters genau vor uns. Glück gehabt, dass niemand links neben uns fuhr. Sonst wäre das mit dem Ausweichen schwierig geworden. Kurzer Adrenalinstoß im unschuldig anmutenden, Abendlicht.  Und weiter zu unserem heutigen Zielort: St. Augustine Beach, Florida, an der Atlantikküste. Morgen gibts es dann hoffentlich wieder Strand zu sehen. Jetzt müssen wir inmitten der ganzen Hotels in diesem Ferienort erstmal ein Abgeschiedenes Plätzchen finden, um unser Autozelt aufzuschlagen. Gute Nacht vom Parkplatz vorm Starbucks.

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Upstate New York

Bei dem Video waren wir schon fast am Ende des Wochenendes angelangt und die Herren fast um ihren Verstand gekommen. Das müssen die dichten Wälder des Nordens verursacht haben, der Schock des Verlustes der Zivilisation. Was war geschehen:

Wir nehmen den Highway gen Norden, durch Queens, die Bronx. Zu fünft in Teresas Van, Matti, Ben, Katie, Jeff und ich. Auf dem Weg nach Upstate New York, nach Red Hook, um Alex zu besuchen. Ein kurzer Wochenendtrip. In unseren Köpfen spukt der Gedanke an frühlingshafte Wanderungen in romantischen Wäldern, an knisternde Kaminfeuer und beschauliche Ruhe in ländlicher Umgebung. Fast eine Stunde dauert es bis uns der Großstadtdschungel aus seinen Klauen entlässt, bis die Landschaft sich zu verändern beginnt. Sich das Land hügelig und dicht bewaldet neben der Straße erstreckte  und wir geradewegs in die Natur hinein zu rollen scheinen. Auf dem Highway den gelb leuchtenden Mittelstreifen entlang gleiten, der sich wie in einem Instagram bearbeiteten Foto irgendwie nostalgisch harmonisch schön mit dem blauen Himmel, den weißen Wolken und dem Grau des Asphalts mischt.  Klick, Erinnerungs-Momentaufnahme im Kopf,  und am besten als Untertitel noch ein Zitat von Henry David Thoreau. Auf dem Weg halten wir an der „Country Kitchen“, einem kleinen Restaurant an der Straße und platzen bald aus allen Nähten, denn die Bedienung mit Hasenohren a la Hugh Heffner serviert stereotypisch amerikanische Portionen. Im leichten Fresskoma, mit Reste Doggybag für Alex – Gastgeschenk – auf dem Rücksitz geht es weiter, tiefer in die Wälder, weiter weg von NYC. Zweieinhalb Stunden, dann parken wir auf der engen Auffahrt vor einem kleinen hellblauen Holzhaus mit großem Garten. Die Luft ist frisch, aber die Sonne scheint und macht Lust auf einen ausgedehnten Spaziergang. Den machen wir dann auch, inklusive Schneeballschlacht im Unterholz. Irgendwann landen wir in einem spärlich bevölkerten Örtchen i einer Bar, die eigentlich noch gar nicht eröffnet wurde. Aber Joe, der Barbesitzer (keine Ahnung wie der wirklich hieß, aber wir nennen ihn aus literarisch-ästhetischen Gründen mal so) winkt uns zurück und wir dürfen die ersten Gäste spielen. Wir kriegen nicht nur ein Bier und vor allem jede Menge Stories von Joe und seinem Bruder zu hören. Nebenbei dudelt die digitale Jukebox. Der Laden ist und wird großartig. Und unsere Bild wird an der Wand hängen, das verspricht Joe, weil wir die ersten hier waren. Auf dem Rückweg finden wir eine alte Scheune, die Graffiti und das Licht der untergehenden Sonne auf und in sich trägt. Was für eine Kombination. Wir entdecken und erforschen, klettern und springen und tasten uns vorsichtig über morsche Holzplanken. Wir sind mitten im Wald. Hier ist sonst niemand. Gut, dass wir so viele sind. Alleine könnte dieser Ort ziemlich unheimlich sein. Aber so ist er einfach nur magisch. Der Abend endet mit Pizza am Kamin und einem zweiten Barbesuch im nahegelegenen Städtchen Red Hook.

Am Sonntag gehen wir Laufen, genehmigen uns ein ausgiebiges Frühstück und machen uns auf zu einer Ausstellung im Bard College (http://www.bard.edu/). Danach schauen wir uns noch ein bisschen den Campus an und fahren hinaus, um den Poet’s Walk zu laufen. Bis hinunter zum Hudson River. Wir spazieren über weite Wiesen und ich frage mich, warum das Ding Dichterweg heißt und ob gleich Thoreau doch noch aus irgendeinem Gebüsch gestürzt kommt. Oder zumindest ein Schauspieler mit Gedichten auf den Lippen. Come on, America – wo ist deine Entertainment Ader? Aber nein, es bleibt ruhig und beschaulich und der Wind weht durch das Gras und die Sonne kommt hervor und vielleicht, vielleicht ist das die Poesie dieser Szenerie. Ben hingegen entdeckt seine kindliche Seele und rollt den nächsten Hügel hinunter bis seine Jacke nicht mehr grün, sondern braun vom Match des letzten Regens ist. Eine alte Eisenbahnbrücke erregt schließlich unser aller Aufmerksamkeit und wir klettern hinunter, zu den Schienen und zum Fluss. Werfen Steine, finden rostige Nägel, tollen auf den Gleisen herum. Das lassen wir dann aber doch lieber, als sich ein Zug ankündigt und wir geschwind hinter die Böschung springen. Rückweg. Dann ist es irgendwie auch schon wieder Zeit zum Aufbruch. Wir verabschieden Alex, fahren ein Stück, finden fürs Abendessen wieder ein sehr amerikanisches Resto – bald kann ich dann auch kein junk food mehr lecker finden – und fahren dem Big Apple entgegen. Mit herrlich leichtem Herzen. Ein geniales Wochenende!

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B2B – Bronx to Brooklyn

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Erstens war ich noch nie in der Bronx und zweitens lange nicht im Zoo. Und irgendwie ist es zwar ganz schön frostig an diesem Sonntag, aber wir sind entschlossen einen Sonntagsausflug zu machen. In den bekannten Zoo der Bronx. Jeff und ich kommen aus Brooklyn, Matti sammeln wir schon auf halber Strecke gen Norden in Harlem auf.  Dass wir uns den Allerwertesten abfrieren werden ist ziemlich schnell klar. Schon auf dem Weg zum Eingangstor weht uns ein schneidender Wind entgegen und unter meine zu kurze Sommerjacke. Meine Nase ist jetzt schon knallrot. Aber wir sind trotzdem vorfreudig gestimmt. Nach den ersten paar Metern flattern wir dann auch erstmal ins House of Birds, vor allem weil es dort nach tropischen Temperaturen riecht. Die Vögel sind eher Nebensache, wir streifen an Glasfronten vorbei, überfliegen (…) die Schilder und beschließen „No reading!“ zu unserem heutigen Motto zu machen. Nur gucken, keine tiefsinnigeren Bildungsansprüche an diesem Tag.

Auf Vögel folgt das übliche Getier: gefleckte Raubkatzen, paarungswillige Affen (von einer Gruppe begeistert analysierender Kinder beobachtet, deren Eltern sich hingegen entgeistert an den Kopf fassen), Flamingos (rosafarbenes Gefieder, weil Farbstoffe in ihrem Futter enthalten sind – das mussten wir kurz lesen!), Wildviecher , Reptilien, knutschende Bären. Und das Highlight: Das Mouse House. Wie süß! Nach ein paar Stunden spürt dann niemand von uns mehr seine Zehen und wir suchen den nächsten Ausgang. Im Sommer muss dieser Zoo ein Traum sein, wenn die Picknickdecke nicht mehr am Gras festfriert (gefühlt).

Zurück steigt Matti nicht in Harlem aus, denn wir sind noch zum Pizzaessen eingeladen. In der hauseigenen Pizzaria von Mike, dem Hausmeister des Goethe Instituts. Für diese Einladung nehmen wir einige Streckenkilometer Subway auf uns – der Laden liegt fast bei Coney Island. Aber das lohnt sich! Die Eggplant-Parmigiana Pizza ist grandios, genauso die Knobibrötchen und überhaupt ist eigentlich alles delicious. Außerdem ist die Atmosphäre so entspannt und gelassen wie man es sich nur für einen Sonntag Abend nach einem kalten Zooausflug wünschen kann. Schade nur, dass wir noch wieder zurückfahren müssen. Danke Mike!

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Straßenstreifzüge

P1050870Starting the office day in a green and healthy way: Green smoothies from the deli around the corner. So good!P1050844Japanese stereotypes wandering Soho P1050848 P1050852Our office entrance, 72 Spring street P1050855 P1050857 P1050859 P1050860 P1050861! ! !  P1050862 P1050866 P1050868 P1050869

…und ein link zum Blog der Frankfurter Buchmesse. Ich durfte ein bisschen was über das Festival Neue Literatur zum Besten geben:

http://blog.buchmesse.de/2013/02/25/deutsche-autoren/

a lifelong quest

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„It can never be wrong to start with the ocean. To head off to the mountain. Getting lost in nature. Experience is the least thing you get. and this is all that counts. How it opens the heart if a wave crashes on the surface, a surfer speeds along the face of the wave. If the width of a mountain panorama manifests itself in front of your eyes  and how the freedom works its way into your chest. A lifelong quest. For a life that you want and have to live. That quest is going to follow you. There is not much these days that lasts for a long time. Things have become so flexible, changable. But this feeling is going to last. Forever. And I am going to deal with it my whole life. The question is if this is a burden or a blessing.“

(unknown)

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Nachtzug nach Lissabon

„Vergeh dich ruhig, vergeh dich an dir selbst und tu dir Gewalt an, meine Seele; doch später wirst du nicht mehr Zeit haben, dich zu achten und zu respektieren. Denn ein Leben nur, ein einziges, hat jeder. Es aber ist für dich fast abgelaufen, und du hast in ihm keine Rücksicht auf dich selbst genommen, sondern hast getan, als ginge es bei deinem Glück um die anderen Seelen … Diejenigen aber, die die Regungen der eigenen Seele nicht aufmerksam verfolgen, sind zwangsläufig unglücklich.”

(Marc Aurel, Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier)

Nachtzug nach Lissabon gehört zu den Büchern, bei denen man Angst hat, wenn sie in einen Film verwandelt werden. Enttäuschung ist quasi vorprogrammiert. Gregorius, Prado, Coimbra, die portugiesischen Worte – sie hören nicht auf zu wandern. Vier Jahre ist es her, dass ich es das erste Mal gelesen habe. Aber dieses Buch bleibt. Nachtzug nach Lissabon ist wie eine Sammlung an Zitaten. Und jetzt kommt es in die Kinos. 7. März 2013 ist Stichtag. Ich bin skeptisch, aber überrascht: Der Trailer ist verdammt vielversprechend. Das Hörbuch zum Buch ist wirklich wirklich gut, fast besser als das Buch selbst. Vielleicht macht das ein bisschen Hoffnung, dass der Film auch etwas kann.

Und wenn wir schon bei Trailern und philosophischen Gedanken sind: Check out this blog and the videos in it. So inspiring. An awesome way to live one’s life, I guess…

http://ontheroadwithrayson.tumblr.com/

Ich bin sowas von weg und sowas von hier…

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Ohne Worte, viel kann ich (noch) nicht schreiben. Nur: Das alles hier ist ein Traum, da bin ich mir sicher. Ich habe gerade Zeit ein paar Bilder hochzuladen, waehrend ich mir das spaete Hostelfruehstueck, Bagel und Kaffee, zwischen die Kiemen schiebe. Ungeduldig. Ich muss da wieder raus. Bin heute morgen schon drei Stunden am Wasser unterwegs gewesen. Never miss the sunrise in a place like this. Diese Stadt, liebe Leute, ist der Wahnsinn. Sorry, New York, aber du kannst echt einpacken. Mein Herz, meine Seele UND mein Verstand haben die Westcoast entdeckt.

Ich berichte ausfuehrlicher, wenn meine Fuesse mich nicht mehr tragen moegen. Aber bis dahin setze die Sonnenbrille auf den Kopf, streife ein kurzes(!!) Tshirt ueber und nehme die Beine in die Hand. Und bin auf und davon, Huegel  zu erklimmen und Straende zu erwandern. Und Flipflops zu kaufen.

Blizzzzzzard warning…

Apocalypse im Anmarsch? Snowpocalypse, wie Matti aus dem Büro es nennt. Hier oben pfeift und windet es um den 11. Stock. Die Häuser in der Ferne versinken in einer dicken Nebelsuppe. Mit geschlossenen Augen verändert sich die Szenerie, hocke ich am Fenster einer reetgedeckten Kate, um die der Nordwind peitscht und Dünengras statt Straßenschilder biegt. Kleiner Sehnsuchtsanfall der nordischen Seele. Ist es vermessen zu sagen, dass ich gerade lieber auf einer Insel in Nordfriesland wäre als hier? Wenigstens stürmt es. Ein bisschen mehr Natur als sonst. Noch ist es Eisregen, der gegen die Scheiben prasselt. Eigentlich ganz gemütlich hier drinnen. Wir fantasieren von einem Wochenende im Büro: Ein Sofa ist da, eine Decke hat Grace in der Schublade, Kaffee, Musikanlage, die Bibliothek mit Büchern und DVDs – zur Not ließe sich der Sturm auch hier aussitzen. Und das vielleicht gar nicht mal so schlecht. Aber bevor es soweit kommt das wir einschneien, sprich das Auswärtige Amt ein Machtwort: Wir schließen auf Grund des Wetters um 14:30 Uhr. Gut, wenn das quasi als Befehl von oben kommt, da kann man nix machen. Dabei ist Freitag und wir wären alle so gerne bis 17 Uhr geblieben…

Buchtipp

Ich beginne damit, die Bücher der Festival Neue Literatur Autoren zu lesen. #1 ist durch. Ulrike Ulrich ist eine der Autorinnen, die Ende Februar zum Festival nach NY kommen. fern bleiben kann ich allen empfehlen, die noch nicht völlig genervt sind von der Diskussion um die Generation der 20 bis 30, sagen wir vielleicht 35jährigen. Die sich noch Gedanken machen mögen und müssen wohin es geht, gehen soll, gehen kann und gehen wird.

Lo fährt mit dem Zug durch Europa und darüber hinaus, man denkt an den klassischen Backpacker. Losfahren, wenig duschen, frei sein (wollen), interessante Leute treffen. Ist auch ein bisschen so.  Allerdings hatte Lo, bevor sie losgefahren ist, einen richtigen Job. Sie ist keine desorientierte Studentin mehr. Wenn dann schon eher Typ Aussteigerin. Und sie leidet auch nicht an knapper Kasse. Das eigentlich Neue an der ganzen Sache ist: Sie steig immer nur um, nie wirklich aus. Das stresst irgendwie, aber genau darum geht es: Eine gewisse Getriebenheit. Erstmal noch nicht anzukommen. Sich nicht festzulegen. Sich nicht zu entscheiden, sondern immer auf der Suche zu sein. Nach irgendetwas, das sich richtig anfühlt. „Strenggenommen war ja auch Aschenputtel schon als Kind im falschen Film. Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Das ist so ein Satz, der ihr immer wieder in den Kopf kommt, zusammen mit der Frage, was ein Leben im Richtigen sein könnte. Ihr kommt das Leben immer richtiger vor, je fremder sie sich fühlt. Und sie ist sich nicht sicher, ob es daran liegt, dass sie sich im Falschen bewegt, oder daran, dass sie selbst nur in der Bewegung und nur vor dem Hintergrund des Fremden wahrnehmen kann“. Ulrich schreibt gedankenvoll, nah am Leser. Lo erkundet Seelenlandschaften, fährt emotional Achterbahn und ist dabei dem eigenen Ich oft ganz nah. Immer wieder Gedanken, die man selbst schon gedacht, Beobachtungen, die man selbst schon getätigt hat. Alltagsphilosophisch. Darum liest es sich so schnell und leicht und schön. Lest mal was!

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Aber auch Benedict Wells „Becks letzter Sommer“ nicht vergessen. Das ist noch schöner!!

Project: Running

„No matter what: keep up the running. Running every day is a kind of lifeline for me. So I am not going to lay off or quit just because I am busy. If I used being busy as an excuse not to run, I’d never run again. I have only a few reasons to keep on running and a truckload of them to quit. All I can do is keep those few reasons nicely polished. “

(Haruki Murakami, „What I talk about, when I talk about running“)

Ab heute. Sechzehnter Zehnter Zweitausendzwölf. Sechs Tage die Woche. Egal welches Wetter, früh oder spät. Bis zum Siebenundzwanzigsten Zwölften Zweitausendzwölf. Wieder die Laufschuhe schnüren. Lang vermisste Strecken zurücklegen. Das ist das Projekt. Der Mensch braucht Rituale. Und ich, ich muss wieder laufen.

Asphaltwüste

Ich wollte immer überall leben, nur nicht dort wo ich war. Am Meer, in den Bergen, in der Stadt, Großstadt, lieber Kleinstadt. Ich vermisste nie einfach nur, ich sehnte schmerzlich. Nach dem anderen Lebensentwurf, den ich gerade nicht lebte.

Die große Brücke. Hoffnungsvoll, einen Fluss zu erblicken. Natur zwischen grau verputzten Mauern zu finden. Freiheit zu schmecken, Ausblick auf Fernsicht zu haben. Aber es waren Schienen im Abgrund. Strommasten und ratternde Züge. Ohne Horizont. Mit Tunneln stattdessen, ohne Licht am Ende, nur Düsternis. Ich hatte so gehofft.

Stadtkindsein hat Grenzen. Ich mag keine Parks. Sie gaukeln einem Freiheit vor, bis man an den Rand stößt. Dann wieder Asphaltwüste. Und Blick niemals so weit das Auge reicht. Nur bis zur nächsten Mauer. Die steht immer noch. Und nicht nur eine.

Das Leben schreibt so unterschiedliche Geschichten. Stirbt Freiheit mit Sicherheit?

„There was once a man who became unstuck in the world – he realized that he was not his car, he realized that he was not his job, he was not his phone, his desk or his shoes. Like a boat cut from its anchor, he’d begin to drift.“

„There was once a man who became unstuck in the world – he took the wind for a map, he took the sky for a clock, and he set off with no destination. He was never lost.“

 „There once was a man who became unstuck in the world – instead of hooks or a net, he threw himself into the sea. He was never thirsty.“ 

„There was once a man who became unstuck in the world – with a Polaroid camera he made pictures of all the people he met, and then he gave all the pictures away. He would never forget their faces.“

„There was once a man who became unstuck in the world – and each person he met became a little less stuck themselves. He traveled only with himself and he was never alone.“

„There was once a man who’d become unstuck in the world – and he traveled around like a leaf in the wind until he reached the place where he started out. His car, his job, his phone, his shoes – everything was right where he’d left it. Nothing had changed, and yet he felt excited to have arrived here – as if this were the place he’d been going all along.“

(Castles in the Sky, T. Steele)