Indoor Vibes mit outdoor Charakter

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Zwischenstand: 38 von 52 Vorführungen. Ungefähr.

Zahlreiche Momentaufnahmen geschossen und Alltagsphilosophien gesammelt, erdacht und empfunden. Es steckt unendliches Geschichtspotential in der Tour, nur die Zeit ist rar. Besinnung, Ruhe und Zeit sind Mangelware, die haben erst zu Weihnachten wieder Konjunktur. Am Reisetag lässt sich vielleicht dennoch ein bisschen Rückstand aufholen:

Im BMW, nach Fahrerwechsel. K am Steuer.

K: „Man merkt, dass du deine Jacke anhast. 18°C, voll zugig…“

B: „Mach doch wärmer. Ich glaub allerdings das funktioniert gar nicht mit diesen gesplitteten Heizungen. Ist ja ein Raum, wie soll das denn gehen? Da tauscht sich doch die Luft eh aus…moderner Schnickschnack.“

K: „Können wir ja mal versuchen. Du machst ganz kalt, ich ganz heiß. Dann kriegen wir vielleicht ein Gewitter.“

B: „Geil, Gewitter über der Mittelkonsole!“

Majestätische Theatersäle – sandige Tennisplätze – Gemeindezentren im sechziger Stil – schlichte Stadthallen – moderne Messezentren – betonierte Unigebäude – schrullige Kinos – Hochglanzfilmpaläste. Sind die heiligen Hallen der Tour. Die Bühnentechnik aus dem Backstageblick ist allgemein sehr beeindruckend. Es scheint, dass doch noch Geld für Kultur in Deutschland ausgegeben wird. Oder wurde.

Wenn ein kleiner Junge bei der Losziehung auf der Bühne sich selbst zieht und frei und voll Erstaunen ausruft: DAS BIN ICH! und das Publikum daraufhin schallendes Gelächter ausbricht, dann löst sich alle Anspannung, schwindet alle Distanz. Da ist der Flow. Eine Verbindung entsteht. Es brüllt der Saal, wenn kurz danach „Thomas Müller“ ein Taschenmesser gewinnt und gleich drei Herren von Mitte 30 bis Anfang 60 aufspringen. Das Allerweltsnamenproblem! Der „Sonnenacker 15“ löst  das Identifikationsproblem. Noch mehr Gelächter über den kleinen Datenskandal. Zurück im zweiten Filmteil dann GAME OVER für die Zuschauer: Das „Todesgeländer“ knockt nicht nur den norwegischen Skiprofi Jesper Tjäder aus, der Aufprall mit verstärktem Soundeffekt lässt den Saal bersten. Es lebe die Schadenfreude. Norweger und Skiprofi Anders, der uns einige Tage auf Tour begleitet, kommentiert „Nächstes Mal zeigen wir nur Stürze“. Das Publikum ist ein Wesen, die große gleichschwingende Masse. Warum genau weiß ich nicht, aber die Grundstimmung ist immer spürbar. Du weißt sofort, ob sie gut drauf ist. Wird schon nach „Schönen guten Abend“ applaudiert, dann brodelt die Hütte. Dann ist auch klatschen nach den Filmen drin. Mit den Lachern ist es, als könne man die Zukunft voraussagen. Wir kennen die lustigen Stellen, der Blick geht davor ins Publikum. Du weisst: In zwei Sekunden ziehen sich eure Mundwinkel nach oben. Ihr werdet gleich lachen. Ich sehe nicht mehr den Film, ich beobachte Gesichter. Reaktionen. Emotionen.

Wenn Canyoningprofis sich auf Bühnentreppen Bänderdehnungen holen, obwohl ihre Knochen harten Felsen trotzen. Striemen von Spanndisplay-„Strapsen“ Hüften und Beine zieren und Adrenalin einschießt nach einer Unterhaltung backstage: Shit, war das Mikro aus?, dann sind die Abende in vollem Gange. Table Bouldern für blaue Flecke im Foyer als Abwechslung.

Filmsequenzen sind an Emotionen gekoppelt. Ein jodelnder Aufschrei bedeutet es geht los, der erste Sound des Vorspanns. Der Satz „I definitely would do it again“ im Gore Film School Trailer heißt tief einatmen und das Mikro einschalten. Ich muss nur noch an der Tür horchen, um zu wissen welches Bild gerade über die Leinwand flackert. Beim Hören des Soundtracks im Auto sind die Szenen im Kopfkino präsent, ich murmle die Dialoge im Schlaf und die Verwirrung ist groß, wenn ein Lied auf der CD nicht auf das „richtige“ Lied des Films folgt.

Ich schaue nicht mehr alle Filme. Aber fast jeden Abend treffe ich Tom und Pete, Kyle und die Supervention Jungs. Die fast tägliche Wiederholung ist zu meiner großen Überraschung und Freude keine Langeweile, es ist eher als würde man nach Hause kommen. Schön, dass ihr wieder da seid Jungs! Die Dunkelheit im Saal und hinter der Bühne ist weich und freundlich. Sie dämmt gegen Lärm, schließt Stress und Hektik aus. Hier drinnen gibt es nur einen Fokus: Den Film. Hier ist eine andere Welt. Ein geschützter Raum.

Ja, vielleicht sind Frauen unterrepräsentiert in den Filmen. Warum, fragte mich kürzlich mich eine Besucherin. Zu amateurhaft, zu ängstlich, weniger ehrgeizig? Ist das einfach so oder muss man da etwas forcieren? Um Gottes Willen: Wirklich kein Grund eine Frauenquote im Outdoorfilmbereich von der Stange zu brechen, ein ganz falscher Ansatz, ob in Film oder Politik. Es schadet dem weiblichen Image eher anstatt zu helfen, meiner Meinung nach. Aber trotzdem: Warum eigentlich? Warum so wenig Frauen? Wer Lust auf Outdoor und Ahnung vom Filmen hat kann sich bei mir melden, ich wär für ein „mäßig extremes Outdoorabenteuer mit Story, sportlichem Hintergrund und viel Reisen“ zu haben.

Wenn noch einer in der Pause fragt, wo diese verdammte Gewinnspielbox steht, dann…Gestern hat es einer aus dem Team mit „einmal über die Straße, dann links, durch den Torbogen hindurch…“ versucht. Fand der Besucher mäßig witzig. Ziemlich viele Schafe in den Filmen, wirklich! In „North of the Sun“ und „Not Bad“ und noch irgendwo. ….

Mein Fenster zu den Schienen. Eine Durchsage hallt in die Wintersonne. „Gleis 6 Abfahrt ICE 249 nach Paris Est, bitte einsteigen“. Laubwaldlauf mit Atemwolken. Dampfend, Hügel hinauf in einem Blätterteppich über angefrorenem Matsch. Raureifweiß auf Tannen und Wiesen. Die Stadt ist nicht schön, aber wir sind froh zu atmen. Winter kommt. Gestern in Winterberg fast eingeschneit, natürlich: Größtes Skigebiet nördlich der Alpen. Außerdem der Name. Wir pflügen nachts mit den Sprintern durch die erste geschlossene Schneedecke. Real adventure is not polished, geschweige denn schneegeräumt. Langsam kommen auch die Weihnachtsmärkte in Schwung, wir fiebern dem ersten Schuss im Glühwein entgegen.  Der Adventskalender baumelt im Sprinter, den Baum vor dem Kühlergrill müssen wir noch ausschnick-schnack-schnucken. Kistenweise Mandarinen werden schon verzehrt, um die einseitige Brezeldiät in Veranstaltungslocations aufzupeppen. Adieu November, EOFT rutscht in den Dezember. Ein paar Städte liegen noch vor uns. Be stoked!

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Erste Etappe

Auf HochTOURen. Wir haben DIE Filmstellen für Lacher identifiziert, reden phasenweise nur noch in Filmzitaten und können inzwischen ohnehin den meisten Text mitsprechen (Ziel ist es, am Ende den kompletten Film synchronisieren zu können). Trotz ständiger Wiederholung keine Monotonie. Das Abenteuer sitzt in jeder Location kiechernd auf einem roten Kinosessel und zündet kleine Funken in Gedanken. Ich will Norwegisch lernen und eine Hobbithöhle mit runder Holztür bauen, meinen Backpack aufschnallen und die Hügel von Queenstown, NZ wiedersehen und kann es kaum erwarten, dass der erste Schnee fällt und mein Snowboard entstaubt und wieder eingepudert wird. Wir sind fingerfertig geworden im Aufbau von Spanndisplays und kühne Mammut-Blowup-Bändiger, Profikabelverkleber und Sprinterfahrer par exellence. Leinwände aufstellen geht mit links, mittlerweile tragen wir das Siegel der Stewardesstrolli-Expertenroller und wir können Kinder auf Bühnen zu Glücksfeen machen. Wir sind der Bielefeldverschwörung (googlen!) entkommen und nach der Tour definitiv Hoteltestbefugte. Dichtkunst vor digitalem Kaminfeuer, Fernseher als die schlimmsten Schlafzeitkiller identifiziert und wie oft habe ich eigentlich schon mein Shampoo in der Dusche stehen gelassen?Das Handtücher-sparen-für-die-Umwelt Schild flöte ich auswendig und Schuhe mit Membran stinken nach mehreren Stunden Veranstaltung zum Himmel. Hotels in der Pampa haben für gewöhnlich das beste Frühstück. Und so geht es weiter. Auf nach Süden, Osten, Westen. „Focus on performance, not the goal.“

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On Tour

Die Outdoor Community wartet sehnsüchtig auf Action und außergewöhnliche Geschichten, auf Ausnahmeathleten und abgedrehte Adrenalinsüchtige. Endlich ist es soweit. Die European Outdoor Film Tour 13/14 steht in den Startlöchern. Am Mittwoch wurde erfolgreich in München ‚premiert‘. Wie es war? In den Worten von Kyle Dempster: YEAH, STOKED!

IMG_2111 IMG_2136 IMG_2140 IMG_2125 IMG_2137IMG_2141Mehr Fotos von der Premiere gibts hier:

https://www.facebook.com/media/set/?set=a.10151709263222087.1073741834.93388237086&type=1

[the outdoors] – 9

Sieben Jungs im Geschwindigkeitsrausch in Neuseeland. Mit ihren Mountainbikes hexeln sie durch Kohlfelder, bauen Kicker, heizen auf schmalen steilen Pfaden durch Wälder – und haben dabei jede Menge Gaudi. Genialer Soundtrek, sympathische Typen und eine traumhaft schöne Szenerie. NOT BAD, not bad at all!

Und gleich dazu: Das Making-Of Not Bad

[the outdoors] – 8

Das Deap Canyoning Team betreibt „canyoning on a new level“. Canyoning, in der Schweiz auch verniedlicht „Schluchten“ genannt, ist eine Art Turmspringen in den Alpen. Die Athleten springen nicht nur einfach von hohen Felsen in tiefe Wasserbecken, sie performen dabei artistische Salti, Drehungen und abenteuerliche Rutschmanöver. Jede Menge Action, seht selbst:

[the outdoors] – 7

„How on earth can I ski this face?“ Der Westschweizer Sébastien de Sainte Marie ist Steilwandskifahrer. Das sagt eigentlich schon alles. Je steiler die Abfahrten, desto mehr fühlt „Seb, le fou“ (Seb, der Verrückte) sich von den weißen Hängen angezogen. In „Sound Of The Void“ gibt es atemberaubende Skiaction mit hohem Risikofaktor zu sehen. Unglaublich der Typ. Und ganz sicher verrückt!

[the outdoors] – 6

Wer braucht einen Endless Summer, wenn ein Endless Winter cleane Wellen und leere line-ups verspricht? Das dachten sich zumindest zwei hartgesottene Norweger und machten sich auf gen Norden, um 9 Monate am Polarkreis zu verbringen. An einem einsamen Strand, in einer aus Treibholz gezimmerten Hütte, leben Jorn und Inge einfach und bescheiden. Sie surfen und snowboarden bei eisigen Temperaturen und tagelanger Dunkelheit, doch die Landschaft und das Leben fernab von Stress und Lärm entschädigt für ihre Entbehrungen. „Es ist ein Ort, der glücklich macht“, sagt Inge. Nebenbei fischen sie in den 9 Monaten über drei Tonnen Plastikmüll aus dem Atlantik. Eine Surfdoku mit Nachhaltigkeitsaspekt. „North Of The Sun“ ist Film #6 in der EOFT 13/14:

[the outdoors] – 5

Es geht jetzt Schlag auf Schlag. Die Premiere der European Outdoor Film Tour 13/14 steht vor der Tür, in einer Woche geht es los. In Film #5 wird es schwül warm und feucht, wir reisen nach Mexiko. In dem Kurzfilm „CASCADA“ entdecken Profis der Kayakszene die Gewässer des mystischen mexikanischen Dschungels, stürzen sich aus unglaublichen Höhen Wasserfälle hinunter und leben dabei ganz in ihrem Element. Ganz nebenbei kämpfen sie mit endlosem Regen, Matsch und bissigen Moskitos. Doch sie finden am Ende was sie suchen…“the perfect waterfall and the perfect shot“. Sie tun was sie lieben.  Ein kunstvolles und stimmungsvolles Abenteuer.

[the outdoors] – 4

„A lot of people don’t get into Off Width because they preconceive it as painful and a lot of work.“ Kann man so sagen. Es gibt entspanntere Wege ein Felsplateau oder einen Gipfel zu erreichen. Die Briten Tom und Pete haben sich jedoch in den Kopf gesetzt, den Amerikanern in Sachen Off Width Climbing zu zeigen, wer die Kletterhosen an hat. Der „Century Crack“ in Utah, eine der härtesten Off Width Routen der Welt, hat es ihnen angetan.

http://vimeo.com/58570478

[the outdoors] – 3

Ein abgedrehter US-Amerikaner mit dem Fahrrad unterwegs in Kirgisistan. „The Road from Karakol“ ist der hier vorgestellte Film #3 der European Outdoor Film Tour 13/14. Auf Vimeo sogar in voller Länge zu sehen. Ein Roadmovie mit philosophischen Ansätzen, einem 1A Soundtrack und einem Schuss Verrücktheit. He chose the road less traveled by. Let’s go, Kyle.

[the outdoors] – 2

Blicken wir auf Film #2 in der European Outdoor Film Tour 2013/14. SUPERVENTION ist eine Ski- und Snowboard Dokumentation, die in Norwegen, Neuseeland, Alaska und British Columbia gefilmt wurde. Am Start sind jede Menge Stars aus der freeriding Szene, die zeigen was sie können. Atemberaubende Sprünge, halsbrecherische Abfahrten und wunderschöne Landschaftsaufnahmen.

[the outdoors] – 1

Ich mache meine Hausaufgaben. Es könnte wahrlich Schlimmeres geben. Im Bett liegen, Trailer von Outdoorsport- und Abenteuerfilmen schauen und schon beim Zusehen stoked! sein. Bald geht es los, die E.O.F.T. [European Outdoor Film Tour, http://www.eoft.eu/de/?ref] tingelt wieder durch Europa und ich werde dieses Jahr ein bisschen mitmischen. Deshalb gibts jetzt regelmäßig auf dem Blogmopped schonmal die Trailer der einzelnen Filme. Und erstmal natürlich den Teaser und Trailer (via Homepage) der gesamten Tour. Voilà:

Beginnen wir mit einem ‚ganz anderen Film‘. Die Artisten Truppe Petit Bus Rouge nimmt den ganzen Outdoor-Zirkus nicht ganz so ernst. Sie klettern in Clownschuhen, BaseJumpen mit Perrücke und spazieren im Kostüm über die Highline. Profis in disguise in action, mit einem herrlich spaßigen Sound unterlegt. Manege frei!