°Passivschwimmen°

‚Passiv Schwimmen‘ nennt Herr von Düffel es, das ‚Sich-treiben-lassen‘. Im Rhein bei Basel, mit der Strömung flussabwärts treiben. Nicht mal dazu bringe ich es an diesem Sonntag. Dabei ist es unter der Markise auf der Terrasse kaum auszuhalten, die Kniekehlen schon feucht, ideales Freibadwetter wäre das. Im Kopf ziehe ich bereits meine Bahnen, stoße mich ab, lasse die Beine überklappen, Rollwende, und wieder gleitend auf neuer Bahn im kühlenden Chlorwasser. Schwimmprüfung in acht Tagen. Doch ich hänge hier fest und schaffe es nicht mal die paar Meter in den kühlenden Garten zu flüchten. Lethargie hat von mir Besitz ergriffen. Statt zu schwimmen schwimme ich passiv. Lasse mich treiben, nicht den Rhein hinab, auch nicht durch die nahe Alster, nur durch die Worte. Atme dabei das Chlor des Badeanzugs. Es scheint fast, als hätte ich es ins Schwimmbad geschafft.

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