Ironman in Port d’Alcudia heute. Überall hängen die Schilder. Wir scherzen noch, dass wir ganz froh sind heute keine diversen Kilometer schwimmen, radeln und rennen zu müssten. Hätten wir gewusst, was heute auf uns wartet. Ironman Qualitäten hatte dieser Wandertag streckenmäßig zwar nicht ganz, aber psychologisch war die Wanderung ziemlich strapaziös. Kurz und knapp: Die Etappe von Lluc bis Soller hat uns um die 30km bei voller Sonneneinstrahlung auf die Sohlen gespult, inklusive Blasen an fast jeder erdenklichen Stelle der Zehen. Wie kann man auch so blöd sein und nur mit Laufschuhen losziehen. Dazu machte uns eine ‚verseuchte‘ Quelle zu schaffen, auf die wir zwecks Trinkwasserversorgung gezählt hatten. Das hieß für die letzten 3-4 Stunden kein Wasser mehr. Feste Nahrung beschränkte sich auf eine letzte Dose Thunfisch und ein paar Mandeln. Ich war sowas von bedient! Ronja war gegenüber dieses Nahrungsmangels deutlich toleranter, ich dagegen war für ein, zwei Stunden richtig schlecht drauf. Aber wie die meisten nervigen Situationen stellte auch diese mich auf eine lehrreiche Probe. Irgendwann war ich selbst so genervt von meiner schlechten Laune inmitten dieses Paradieses, eine unerträglich Absurdität, dass ich mir selbst befahl mich zusammenzureißen. Du wolltest doch Abenteuer! Anstrengung! Unkonventionalität! Und immer die eine Frage: Bringt dich das was wir hier tun gerade um? Nein! Würdest du jetzt lieber am Schreibtisch oder in der Uni sitzen? Nein! Stop complaining then!
Wir erreichen das Bergdörfchen Soller ausgetrocknet und blasenreich. Das erste Café ist unseres und noch nie haben wir so schnell eine eiskalte Cola hinuntergestürzt. Wir sind heilfroh endlich angekommen zu sein. Morgen werden wir einen Pausentag einlegen, da sind wir uns einig. Ein bisschen weiter müssen wir aber noch, wir wollen noch ans Meer bis Port de Soller kommen. Aber dazu müssen wir glücklicherweise nur den Bus finden, der in der Stadt abfährt. Auf dem Weg hinunter finden wir endlich einen Trinkwasserbrunnen, um die Flaschen aufzufüllen. Ein netter alter Mallorqiner gestikuliert und will uns glaube ich zu verstehen geben, dass es sehr gutes Wasser ist. Er selbst füllt seine Kanister auf und knattert mit dem alten Golf davon. Wir laufen weiter, endlich vorbei an Orangen- und Zitronengärten. Ronja stibitzt die erste Frucht und ist glücklich. Wir sind im Sommer angekommen.




















