„The ocean is in constant flux, and when you spend a lot of time in it you become like a floating bottle with a message inside; you know you’re going somewhere, sense you have a purpose, but you also know youre at the mercy of the winds and currents, that surrendering may be your only good option. Lately I’ve been surfing a lot. And there’s something different about the saltwater life. One becomes floppy, like seaweed, while at the same time agile, like an eel. One becomes, I suppose, more like water itself. The Tao Te Ching says, „Nothing in the world is more flexible and yielding than water. Yet when it attacks the firm and the strong, none can withstand it. They have no way to change it.“
(from the Prologue of Saltwater Buddha by Jaimal Yogis)
Wir sind vom Meer umgeben. And all I ever wanted was a house by the sea and a home break, a wave right in front of my doorstep. Es wären 18 Quadratmeter, terrassenförmiges Ackerland. Sechstausend Euro für ein Plätzchen auf den Klippen von Ceningan. Noch. Ein versteckter Strand, der Cast Away Kulisse sein könnte. Eine Welle im Vorgarten. Und keine Menschenseele. Und doch: Ich bezweifle, dass man dieses Paradies kaufen kann. So pessimistisch es klingt, so unvermeidlich wird es sein: Die Ruhe und Einsamkeit werden verschwinden. In ein paar Jahren werden hier beats aus boxen bummern. Sie werden der Soundtrack dieser Landschaft werden, das Donnern der Brandung an der schroffen Steilküste als Hintergrundmusik ersetzen. Scheinwerfer werden das Meer erleuchten und dem Sonnenuntergang seine Macht über den Tag nehmen. Die getrockneten Kuhfladen verwandeln sich in Zigarettenstummel und Plastikflaschen. Ein Australier hat das Land bereits gekauft, eine Straße durchs scheinbare Nirgendwo ist geteert. Noch führen die meisten Abzweigungen in Palmenbüsche und Gestrüpp. Nur ein paar Häuschen auf Stelzen stehen schon oder sind im Bau. Der Gedanke ist kurz verlockend, ein kleines beach house hier oben…Aber eigentlich sollten wir nicht kaufen. Und sie nicht verkaufen. Die Bauern sollten ihre Kühe weiter auf diesen Klippenalmen grasen lassen. Was in Canggu, Seminyak, Kuta und Legian schon passiert ist bahnt sich seinen Weg in die abgelegenen Gegenden, hierher und auch bald nach Medewi, wo die Balinesen langsam aber sicher ihr Land hergeben. Und sie alle kaufen, die Australier, die Amis, die Europäer. Das Geld kauft neuere Smartphones und schnellere Motorbikes und wer kann es den Balinesen schon verübeln. Das Übel kommt aus den Portemonnaies der Investoren und der Touristen. Vielleicht sollte ich noch nicht einmal drüber schreiben wie schön es hier auf Ceningan ist. Vielleicht hätten wir sogar niemals hier herfahren sollen. Auch wir sind Touristen. Nur gibt es vielleicht, wie das Känguruh schon sagte, “ sonne und solche. Und dann jibts noch janz andere, und dat sind die Schlimmsten.“ Touristen und Reisende, tourists and travellers. Gibt es überhaupt einen Unterschied? Und sind wir, die mit kleinem budget und wenig anspruchsvoll reisen, die ‚besseren‘ Touristen? Weil wir Land und Leute so behalten wollen, wie wir sie erleben, auch in zehn Jahren noch und ohne Starbucks neben dem nächsten Tempel und Luxushotel an jedem Küstenabschnitt? Und trotzdem gehen wir auch in westliche Cafés während der Reise, freuen uns über guten Espresso und zuverlässiges Internet, über warme Duschen und sind manchmal eindeutig weniger kulturell tolerant als wir es sein sollten. Wir wollen das Paradies, am besten für uns alleine – aber können wir es jemals finden und vor allem bewahren, wenn wir schon als Touristen dort hinreisen können? Machen wir nicht schon alles kaputt indem wir reisen, setzen wir nicht die Saat für die großen Resorts und kleinen Boutiquen? Sind nicht Globalisierung und Tourismus nur moderne und einigermaßen positiv belegte Begriffe für Kolonialisierung, Zerstörung und Ausbeutung? Das ist die große Frage, auf die es viele und keine eindeutige Antwort(en) gibt.
Es wird sich zeigen wie lange der secret point noch secret bleibt. Wir werden wohl kein Land kaufen, das werden andere für uns tun. Außerdem könnte ich momentan kaum die Millionen aufbringen, nicht mal in Rupiah. Heute stehen wir nur am Rande der Klippen und lauschen dem Meer, das dieser Tage noch die richtige Musik spielt. Uns gehört nicht das Land, aber dieser Moment. Und als die Sonne versinkt erhellt uns ein Scheinwerfer von Mond und Sternen den Trampelpfad zurück nach Hause.




























