Selfie in Abu Dhabi

Kamelidentität

MOIN MOIN aus Abu Dhabi. Wir verstecken uns heute mal hinter unserer Kamelidentität, denn nach 36 Stunden Wachzustand und Reisestrapazen wollen wir niemandem ein richtiges Selfie zumuten.

Wir haben es also bis Abu Dhabi geschafft, der erste Teil der Reise liegt hinter uns. Was bisher geschah: Nachdem wir den Lokführerstreik in Norddeutschland ausgesessen hatten, ging es dann irgendwann doch noch Richtung Düsseldorf Airport. Sogar mit upgrade in die erste Klasse, weil unser Wagen zum Stinkewagon degradiert wurde und der Schaffner uns nicht in dem Mief sitzen lassen wollte. Trockene Heizungsluft benebelt die Sinne, die roten Plüschsessel kuscheln, die Fahrt ruckelt uns in den Schlaf. Um drei Uhr nachts erreichen wir den Flughafen. Ohne Zeitdruck im Nacken ist das Leben unglaublich entspannt. Gut, dass wir so viel Zeit bis zum Abflug  haben. Wir suchen uns einen Platz im Terminal.  Die Facility Managerin wischt in kreativ mäandernden Kurven durch die Eingangshalle, dem Typ da ist die Hose eingelaufen, ein anderer dreht Runden, um die Zeit totzuschlagen und kommt zum vierten Mal vorbei. Laut Airport Bevölkerungsstatistik ist Düsseldorf ist eigentlich ein Teil der Türkei. Pinke Koffer liegen im Trend. Fernseher, Woks und Kühlboxen lassen sich auch im Flieger transportieren. Aber uns starrt man wegen der Surfboards zuweilen an wie Außerirdische. Der Typ am Sperrgepäck fragt, ob wir unsere Bügelbretter dabei hätten? Und dann noch am check in Düsseldorf: Ein deutscher Rucksacktourist schlappt zum counter, blickt suchend umher bis sein Blick auf das „check in“ Display fällt und sagt zu seiner Begleiterin: „Ja, hier kann man einchecken“….ach nee, sowas, wir dachten hier kann man Currywurst kaufen…

Der Flug mit ETIHAD Airways vergeht zwar nicht wie im Fluge, haha, verläuft aber einwandfrei. Die Inneneinrichtung ist wüstensandgelb bis arabischgold, die Stewardessen sind wirklich noch hübsch, von ihren Hütchen fällt ein hauchdünner Schleier, und das Entertainmentprogramm stimmt auch (‚The Fault in our Stars‘, so ein traurig schöner Film!!). Nach 6,5 Stunden schlägt uns die nächtliche Hitze von Abu Dhabi entgegen. 20 Uhr, 32 Grad. Am Flughafen richten wir uns auf den fünfstündigen Aufenthalt ein. Wieder Zeit zu beobachten. Das Handynetz heisst ‚Etisalat‘,  der Chinese gegenüber serviert Spaghetti auf Plastiktellern und verteilt an seine Reisegruppe, über uns Mosaikfliesen an der Decke. Überall multikulturelles Gewusel. Ein Einheimischer in langem weißen scheichartigen Gewand, darüber eine neonfarbene Polizeiweste. Kann der hinter einem Verbrecher herrennen? Naja, ein deutscher Polizist mit Bierplautze könnte das auch nicht. Achso, und auf einem der vielen zeitvertreibenden und beinevertretenden Spaziergänge durch die Halle stoßen wir auf kulturell geprägtes Spielzeug….

Kulturelles Spielzeug

Dann ist endlich Zeit für Boarding. Auf nach Kuala Lumpur. Beim Blick aufs Ticket für den anschließenden Flug stellen wir fest, dass für den letzten Abschnitt nach Bali nicht ETIHAD, sondern Malaysia Airlines uns fliegen wird….oha, wünscht uns Glück!!

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