Daseinsbewältigung, stattdessen lieber die Übung in Schwerelosigkeit. Ein Lebensalter erreicht, welches vernünftiges Handeln zumindest angemessen erscheinen lässt. Eine solide, bürgerliche Beschäftigung. Anderer Lebensstil gewährt nur eingeschränkte Akzeptanz. Die Grenznähe gab den Ausschlag für die Ortswahl. Manche stranden eher, als dass sie ankommen. Aber das Leben kann so schön sein, wenn man verlernt zu jammern. Vergangenheit und Zukunft dort lassen wo sie sind. Cross the bridge when you get there. Nichts hinterherschleifen, nichts vor dir herschieben. Balance halten. Ob das Leben nicht eine Nummer zu groß für mich ist, oder zu klein für meine großen Ängste. Stromschwimmer werden? Wenn ich den Schrank öffne strömt der Sommer zurück, und das Glück. Vergrabe meine Nase in den Tiefen des Wetsuits. Um auf einer Welle aus Neoprenduft und Sehnsucht hinauszureiten – wie Alladin auf seinem Teppich. Hinaus aus dem Kleiderschrank und den betonierten vier Wänden, aus den Straßenzügen und Konventionen, raus aus dem Alltag zu schwimmen, gegen den Fluss, denn Stromschwimmer war nie ein Traumberuf. In der Elbe ab- und im Atlantik auftauchen. Relativieren. Den Tellerrand als Aussichtsplatform nutzen und bis zum nächsten Strand blicken, Alltag umdeuten. Und sandig schmutzige Barfußfüße zum Lebensgefühl erklären, Glück als Menschenrecht in die Verfassung schreiben, so wie Buthan auf Bruttonationalglück besteht. Atme den Wahnsinn und traue dem Glück. Ein Hoch auf die Sehnsucht, denn „Was wären wir ohne das, was uns immer gefehlt hat.“
