[the outdoors] – 3

Ein abgedrehter US-Amerikaner mit dem Fahrrad unterwegs in Kirgisistan. „The Road from Karakol“ ist der hier vorgestellte Film #3 der European Outdoor Film Tour 13/14. Auf Vimeo sogar in voller Länge zu sehen. Ein Roadmovie mit philosophischen Ansätzen, einem 1A Soundtrack und einem Schuss Verrücktheit. He chose the road less traveled by. Let’s go, Kyle.

[the outdoors] – 2

Blicken wir auf Film #2 in der European Outdoor Film Tour 2013/14. SUPERVENTION ist eine Ski- und Snowboard Dokumentation, die in Norwegen, Neuseeland, Alaska und British Columbia gefilmt wurde. Am Start sind jede Menge Stars aus der freeriding Szene, die zeigen was sie können. Atemberaubende Sprünge, halsbrecherische Abfahrten und wunderschöne Landschaftsaufnahmen.

Die Raben von Edinburgh

Der Nebel lügt nicht, wenn er mir wabernd zuflüstert, ich sei an diesem Nachmittag der einzige Mensch am Arthur’s Seat. Es ist ein Glück, dass die meisten Menschen sich bei schlechtem Wetter in ihren Wohnungen verkriechen. Touristen ins Museum gehen oder Cafés abklappern. Das Weiß hängt dicht und schwer, alles verstummt. Numbs the city. Im Holyrood Park leuchten nur ab und zu matte Autoscheinwerfer durch die Nebelwand, ansonsten ist es, als sei die Stadt gar nicht mehr da. Der Nebel legt das Hier und Jetzt frei. Alles andere eine Illusion, ausgeweisst. Mein eigener Radius. Das Nichts aus der Unendlichen Geschichte. Aber dieser Nebel ist still und friedlich. Ich steige hinauf, zwischen den Felsen. Und bin alleine, mit den Raben von Edinburgh.

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Der Abend vergeht mit Pfannkuchen und ergeht sich in philosophisch-politischen Diskussionen, über Werte und Nachhaltigkeit, die EINE Wahrheit und den grenzenlosen Wandel, die Bundestagswahl und griechische Theoretiker, den EQ und IQ und überhaupt. Man hört von großen Namen, Hannah Arendt ist zu Gast, Habermas und Aristoteles und einige andere große Denker geben sich die Ehre in unserem redseligen, sicher amateurhaftem aber angeregtem und sicher zu Weilen auch etwas gereiztem Quartett. Man endet standesgemäß bei schottischen und britischen Ales in der CLOISTERS BAR gegenüber, wo intellektuelle Aufregungung alkoholisch entspanntem Sozialgeplänkel weicht. Den herrlichen Banalitäten des Lebens eben.

Schottische Erwartungen

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Steinhäuser. Romantische Türmchen ragen in den Himmel und kleine Schornsteine, die wie eine Orgel aufgereiht die Dachfirste schmücken, stoßen wohlig weiße Wolken aus, die von Kaminidylle und Heimatharmonie erzählen. Davor sorgsam gepflegte Gärten, in denen rosarote Rosen stolz empor ragen und dunkelgrünes Efeu sich edel über Jahrhunderte alte Steinmauern rangt. Dahinter ist grüne Weite. Die Highlands schon aus der Stadt sehen zu können überrascht mich. Die sanft geschwungenen Hügel betten die Stadt in ihr Tal, eingeschlossen und befreit zugleich: von und durch Natur. Das gefällt mir. Vor allem, weil gen Norden am Horizont bald auch das Meer erscheint. Das stereotypisch graue Wetter entzaubert die Szenerie nicht, im Gegenteil. Dichte Wolken rollen wie träge Wattebäusche über die Bergkämme. Das verdächtige Grau war ja quasi zu erwarten. Herbst liegt in der Luft, aber noch ist es erstaunlich mild, den Wintermantel mitzunehmen war vielleicht doch noch zu früh. Ich verstehe kein Wort von dem, was die Herren mir gegenüber sagen. Der eine sieht aus wie diese Fußballer Rooney, kaum Haare und ein eingedrücktes Gesicht. Sein Kumpel hingegen kann sich sehen lassen und sein schottischer Akzent klingt igendwie niedlich, was auch immer er erzählt. Aber es fühlt sich gut an, wieder (zumindest eine Art von) Englisch zu hören. Je näher wir der Stadt kommen, desto öfter weichen die Steinmauern verschnörkelten schwarzen Geländern. Vornehme Treppen führen zu dunklen Türen mir goldenem Briefschlitz und Namensschildern wie MacDonald oder Shandwick. Die Straßen sind steil, Edinburgh ist hügelig. Vorbei an alten Kirchen – ‚kirks‘, nicht ‚churches‘, wie ich gelesen haben. Pubs, Whighams WIne Cellar, Honeydukes reihen sich bunt im Erdgeschoss der vorbeiziehenden Häuser aneinander, der erste umzäunte Park mitten in der Stadt, mit stolzen Laubbäumen darin und einer Statue, die über dem Ganzen steht und gedankenvoll in die Ferne schweift. Und da thront es, in den Fels gewachsen, das Edinburgh Castle. Dann wieder Meer an der nächsten Ecke, wo die Straße abfällt und den Blick freigibt.

Den ersten Kaffee im BREW LAB. Stylische Gemütlichkeit, ranzig lässiger Chic neben einem alten Universitätsgebäude in der Altstadt. Kunstvoll abbröckelnde Backsteinwände mischen sich mit hochmoderner Barausstattung. Espresso ist hier nur eine Option, Filterkaffee im Siphon zubereitet der neue alte Trend. Eine Aufwertung oder gar Renaissance des Filterkaffees, V60 genannt. Dauert 5 Minuten, kostet 4 Euro und: schmeckt tatsächlich anders. Ein fantastischer Ort: http://www.brewlabcoffee.co.uk/about-us/

Den ersten Lauf in den Wiesen der MEADOWS gleich um die Ecke. Grün und weit. Aber dann, hinaus aus dem Park und hinein in richtige Natur, zum Arthur’s Seat, einem hügeligen Gelände vulkanischen Ursprungs mitten in der Stadt. Und doch plötzlich ganz weit weg von der urbanen Betriebsamkeit, plötzlich schwebt man selbst über allem. Abendsonne hat sich bequemt und ist aus Edinburghs grauer Ummantelung hervorgekrochen. Das kniehohe braune Steppengras leuchtet, das Meer glänzt und Wind weht über die gewaltige Kante des Kliffs, das steil zur Stadt abfällt.

Edinburgh, ach Edinburgh. Du bist schön.

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[the outdoors] – 1

Ich mache meine Hausaufgaben. Es könnte wahrlich Schlimmeres geben. Im Bett liegen, Trailer von Outdoorsport- und Abenteuerfilmen schauen und schon beim Zusehen stoked! sein. Bald geht es los, die E.O.F.T. [European Outdoor Film Tour, http://www.eoft.eu/de/?ref] tingelt wieder durch Europa und ich werde dieses Jahr ein bisschen mitmischen. Deshalb gibts jetzt regelmäßig auf dem Blogmopped schonmal die Trailer der einzelnen Filme. Und erstmal natürlich den Teaser und Trailer (via Homepage) der gesamten Tour. Voilà:

Beginnen wir mit einem ‚ganz anderen Film‘. Die Artisten Truppe Petit Bus Rouge nimmt den ganzen Outdoor-Zirkus nicht ganz so ernst. Sie klettern in Clownschuhen, BaseJumpen mit Perrücke und spazieren im Kostüm über die Highline. Profis in disguise in action, mit einem herrlich spaßigen Sound unterlegt. Manege frei!

Wal oder Meerjungfrau

(Gesehen bei „Nein, Stil ist nicht das Ende des Besens“)

Ein Fitnessstudio wirbt mit dem Slogan: „Wollen sie diesen Sommer wie eine Meerjungfrau oder wie ein Wal aussehen?
Eine angesprochenen Frau antwortet darauf wie folgt:

„Sehr geehrte Damen und Herren ,
Wale sind immer von Freunden umgeben (Delfine, Robben, neugierige Menschen), sie sind sexuell aktiv und ziehen ihre Kinder mit großer Sorgfalt auf. Sie spielen wie verrückt mit Delfinen und essen viele Garnelen. Sie schwimmen den ganzen Tag und reisen zu phantastischen Orten wie Patagonien, Barentssee oder den Korallen Riffen von Polynesien.
Sie singen unglaublich gut und sind manchmal sogar auf CDs zu hören.
Sie sind beeindruckende sehr geliebte Tiere, die jeder verehrt und versucht zu schützen.

Meerjungfrauen gibt es nicht.

Wenn sie allerdings existieren würden, wären sie Patienten beim Psychologen wegen ihrer Persönlichkeitsspaltung. Frau oder Fisch?
Sie hätten auch keine sexuelle Aktivität und könnten keine Kinder bekommen.
Natürlich, sie wären schon hübsch anzusehen aber einsam.
Außerdem, wer möchte schon ein Mädchen, das nach Fisch riecht?

Zweifelsohne wäre ich lieber ein Wal.

Und wenn uns die Medien permanent vorkauen, das nur „dünn“ schön sein soll, esse ich lieber was mir schmeckt und wann ich es möchte und genieße mit meinen Freunden und meiner Familie mein Leben. Das heißt nicht, das ich keinen Sport mache und mich nicht gesund ernähre, aber ich lasse mir davon nicht mein Leben bestimmen. Ich bin glücklich so wie ich bin. Wir Frauen sind nicht fett sondern toll geformt!“

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Kurse zum Wind

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Montag, den 25.08.2013

Es gibt keine andere Möglichkeit als die eine, am Meer zu leben. Hier ist ein anderes Aufwachen. Die Gewissheit, dass dort draußen die Wellen in ihrem sandigen Bett rollen, lässt mich wiederum mühelos aus meinem Bett rollen. Weil die Weite den Blick ruft und der Sand meine Zehen spüren will. Ich ziehe meinen Kuschelpulli über, stecke einen Schein in die Tasche und einen Einkaufsbeutel für Brötchen. Dann trete ich hinaus in den herbstlich goldene Morgen und atme die kühle Seeluft. Der Tag ist noch rein, keine Touristenscharen bevölkern die Standmeile. Beinahe könnt man glauben, dass das Dünengras hier natürlich wächst und die Möwen sich tagein tagaus als einzige Lebewesen am Ufer tummeln. Doch die Armee der Strandkörbe verrät, dass es sich um eine vorläufige Stille handelt, die nur den frühen Stunden und den senil oder sehnsuchtsvoll Bettflüchtigen vorbehalten ist. Gegen halb neun zieht Seenebel auf, milchige Schwaden ziehen über die Promenade. Das Meer ist schon nicht mehr auszumachen. Ich warte, dass die Black Pearl sich majestätisch aus dem Nebelmeer erhebt und eine piratige Orchestermusik erklingt. So beginnt der erste traumverlorene Morgen an der Ostsee. Gefolgt von ereignisreichen sechs Tagen. Denn heute beginnt er: der Ernst des Segelns.

„Fertig machen zum KENTERN…äh, ENTERN, nein scheiße, zum WENDEN meine ich!“ und dann machen wir doch eine Halse und werden fast vom ruckartig herüberschwingenden Baum erschlagen. So könnte man vielleicht gleich noch ein „MENSCH über Board“ (dank der feministischen Bemühungen legt man inzwischen Wert darauf diesen allbekannten Ausruf geschlechtlich neutral zu halten…) Manöver dranhängen wenn es einen von Bord schmeißt. Tut es aber nicht, deshalb wird doch mit Boje geübt. Dann legen wir mal ans Schlauchboot an, und wieder ab, schmeißen bei mäßig starkem Wind Gummibärchen von Sonnendeck zu Sonnendeck und schippern gelassen in die Bucht hinaus, wo wir dachten, es wehe ein anderer Wind, aber er haucht auch hier draußen ziemlich müde in die Segel. Nur gelegentlich fangen wir eine Böe ein, nehmen Fahrt auf und schieben ein bisschen spaßige Schräglage. Dieser Müßiggang tut allerdings ganz gut. Der erste Tag war so wellig und windig, und wir so ahnungslos und überfordert mit der Koordination von Pinne und Großschot, dass wir uns in all der Verkrampfung den Oberschenkelmuskelkater unseres Lebens eingefangen haben. In die Knie gehen ist dieser Tage eine Utopie. Schmerzen wie nach keinem Marathon.

Oh Gott, ich liege im Bett und es schwankt! Die blau-violett geblühmte Bettdecke bis zur Nasenspitze hochgezogen starre ich an das Lattenrost des Hochbettes über mir und versuche einen Punkt zu fixieren. Dann schließe ich die Augen und das macht alles nur schlimmer, gefühlt kippe ich geradewegs kopfüber nach hinten. Die kleinen Mitbringsel des Segelkurses. Also knote ich noch ne Runde im Bett Palstek und co. zur Ablenkung.

Wir waren eine gute Truppe, die Woche hat sich mehr als gelohnt. Am Montag noch keine Ahnung von nix und Freitags segeln wir schon ganz selbstbewusst auf unseren Jollen hinaus, wenden, halsen, kreuzen, retten Bojen und klauen in rasantem Halbwindkurs die der Anderen. Und vor allem bestehen alle 10 von uns die „Prüfung“, Segelgrundschein ahoi! Statt „Ameisenscheiße“ gibts dann noch ein Gruppenfoto mit gegrinstem „Pinnenausleger“ und dann gehen wir wieder unserer Wege. Franzi und ich für unseren Teil nach Timmendorf, wo wir noch zwei Tage bei der Beachvolleyball DM mitfiebern. Sweet as, beste Woche!

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