Durststrecke Wolkendecke

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Es prasselt auf mein Zeltdach als ich aufwache. Es prasselt lauter als ich mich zum Mittagsschlaf aufs Ohr haue. Es tröpfelt noch immer als ich mich am Abend in meinen Schlafsack verkrieche. Heilige Wildsau, bald haben wir mehr Wasser vor als hinter der Düne! Wolldecken- und Strümpfe, Regenjacken und Mützen gelten derweil noch immer als obligatorisches Accessoire, es wird begonnen mit Heizlüftern für Zelte zu handeln. Ein 3’2er Neo gilt als Herausforderung, selbst die harten Kerle greifen meist auf dickeres Neopren zurück. Allerdings bauen wir alle auch gepflegt unser „Biopren“ auf bzw. an, denn die Verweildauer im Küchenzelt ist höher als die im Wasser. Soviel zum athletisch gebräunten Surferbody. Adé, du Idee des gadligen Sommerkörpers.

Aber wir wollen optimistisch bleiben. Um frohes Gemüt bemüht. Pfingsten naht, es tauchen mehr und mehr bekannte Gesichter auf und endlich werden wieder Sprüche geklopft. Eine erste Stippvisite, nur ein oder zwei Wochen, bevor man im Sommer für eine längere Zeit wiederkommt. Die Nase Atlantik und Pinienwald schnuppern lassen. Und manchmal gehen wir doch noch surfen. Freitag Abend hatte sich der Wellenwahnsinn etwas beruhigt, was in einem spontanen nachabendessenlichen Teamsurf endete. Schweigendes Paddeln, neoschwarze Oberkörper zwischen Wellenkämmen auf und ab, auf und ab hüpfend im line-up. Stille. Bis auf das Rauschen der brechenden Wellen, die Explosion wenn Wasser auf Wasser trifft. Bei einem tieforangenen Sonnenuntergang, unter den Augen einer anmutig marschierenden Karawane von Wolkenelephanten am Horizont blieben wir im Wasser bis es zu dunkel wurde. Nass und fröstelnd, aber glücklich wanderten wir über die Düne zurück ins Camp. Der Sand kalt wie Schnee. Was für ein Glück, dass es die heiße Neodusche gibt.

Die kalten Abende reden, spielen (Tischtennis, King of Tokyo, Dart etc) und trinken wir uns ansonsten warm. Die neuesten Themen hoch im Kurs sind vor allem kulinarisch angehaucht: Grüne Smoothies und Weizengras Shots, New Yorks kulinarische Vielfalt, gesunde Ernährungskonzepte. Gelegentlich findet man sich dann aber doch bei Verschwörungstheorien zum 11. September wieder. Und das alles bei Bier und Panachée und ganz ganz viel Tee.

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