Die zweite Woche der Saison neigt sich dem Ende entgegen. Und das Wetter ist weiterhin Thema Nummer 1. Der Strandalltag sieht noch immer nicht besonders rosig (sonnig) aus. Auf die Kälte und den Regen kommt jetzt noch ne steife Brise. 35 h/km on-shore Wind. Treibt uns den Regen ins Gesicht, ich kann die Kursis im Wasser kaum noch erkennen. Das Board lässt sich als Segel für den Dünenaufstieg nutzen. Diese Schlechtwetterfront reißt einfach nicht ab. Irgendwann hilft auch heiße Schokolade nicht mehr. Aber wir finden DEN Spot mit unserem Kurs und so viele strahlende Gesichter und so viele gefahrene Wellen haben wir an noch keinem anderen Tag gesehen. Scheiß auf Regen, Wind und kleine Periode (=ungeordnetes Wellenchaos): Hier geht was! An den letzten zwei Kurstage sind alle stoked. Und zwischendurch lässt sich sogar mal die Sonne blicken, lässt die Schaumwalzen weiß aufleuchten und erinnert uns daran, dass das Meer eigentlich blau statt grau schimmert. Die Sonne ist ein seltenes Phänomen in diesen Tagen. Kommt sie raus, drehen alle durch. Im positiven Sinne: Reißen sich die Kleider vom Leib, tragen Matratzen, Brettleichen und Sessel ins Freie zum Sonnenbad und vor allem hebt sich ganz generell die Stimmung um 200%. Alles beginnt zu atmen und zu leben – und zu trocknen! – sobald der Regen aufhört. Und zu lächeln.
Die Kurse der vergangenen Woche konnten sich sehen lassen, eine sympathische Truppe. Mittwoch gabs das erste Tischtennisturnier (bester Teamname: St Gyrons Giants…sind dann leider schon in Runde eins rausgeflogen) und die zweite Bar der Saison. 23 Uhr Nachtruhe gilt natürlich auch in der Vorsaison. Des Nachts also dem Camp entflohen, auf die verlassene Meile. Wie eine Geisterstadt, geschlossene Fensterläden, fegt der Wind durch die Straße zwischen den Häusern hindurch. Treibt den Sand auf den Asphalt. Noch hat die Natur hier mehr Gewalt als der Mensch, überhaupt wie viele bzw. wenige Menschen befinden sich zu dieser Zeit auf diesem Fleck Erde? Sehnsüchtig seufzend stellen wir fest, dass es diverse Küstenorte auf der Welt geben muss, die genauso menschenleer sind und an denen der Wind ebenso konstant weht – aber aus der anderen Richtung. Offshore Paradiese mit definierter Wellenbechung und Tshirttemperaturen. Der Wind briest auf, wir stellen uns tiefer in den Windschatten des nächsten Hauses, mit hochgezogenen Schultern nuckeln wir, vermummt in Schal, Mütze und drei Klamottenschichten, an der viel zu kalten Bierflasche. Gesungen wird auch. „Das Dach, das Dach, das Dach ist am brennen“…“lasst den Mutterf***** brennen, brenn Mutter******, brenn!“ und einer klampft und haucht „Hero“ von Enrique Iglesias in die Nachtluft . Der ein oder andere arbeitet am nächsten Tag nah an der Brechungskante (…), das schreit nach einer alkoholfreien Woche.
Am Samstag kommt dann doch tatsächlich abends die Sonne für mehr als ein paar Minuten hinter den Wolken hervor. Pünktlich zum gemeinsamen Grillen vor dem Championsleague Finale. Das Camp glänzt, wir genießen den freien Abend und dann gewinnt auch noch Bayern. Wunderbar, vielleicht gehts ja jetzt mal bergauf.
Bald haben wir hier übrigens alle Kinder, die kleine Juni verzaubert alle Teamer. Wer auf das Baby trifft beginnt zu strahlen und selbst die härtesten Kerle werden sanftmütig in Gegenwart von dem Kinde alias Erdnussflip, zukünftiges Surfergirl oder gelegentlich begrüßt man sie auch mit „Hey, da kommt die Zukunft“. Sweet sweet Juni. Der Name muss uns bald warmes Wetter bringen, ihr Monat steht vor der Tür.
































































































