Welcome to New York. KARO und ELLI sind hier. Verrückt. Hier prallen gerade zwei Welten aufeinander. Sehr seltsam. Wunderbar seltsam. „Surreal but nice“, wie Elli treffend aus Notting Hill zitiert. Und dann treffen wir auch noch zufällig zwei Kuwistudentinnen aus Passau auf der Staten Island Ferry. Die sind auch überall… Nach ersten Shoppinganfällen am Broadway gab es für Karo und Elli den perfekten Einstand im Big Apple: Einen wunderbar kitschigen Sonnenuntergang, den wir mit einem spontanen Sprung auf die Staten Island Ferry besiegelten. Sonnenuntergang hin, Mondaufgang und erleuchtete Skyline her, sprich return trip. Der Besuch der beiden und der ferryride liessen mich spontan Parallelen ziehen. Mich daran denken, dass Passau und Manhattan sich in der Tat ein bisschen gleichen. Die (Orts)Spitze, die zwei Flüsse (und die somit inhärente Verwirrung vieler Touristen, an welchem der beiden Ufer man sich denn nun befände). Statt Donau und Inn, Hudson River und East River. Weird. Whatever. Eigentlich kann man den Vergleich auch lassen. War nur so ein Gedanke.
Am Abend mit schweren Beinen zurück nach Brooklyn: Unser Wohnzimmer wird zum Bettenlager, die Heizung ballert auf Hochtouren. Sauna, aber sehr gemütlich. Es gibt Chips, fruchtiges Bier und später noch Peanutbutter-Jam Sandwich. „So American!“. Während wir die Beine hochlegen und unser Bier süffeln, veranstalten Theresa und Jeff eine kleine Bandprobe. Es gibt nichts besseres als Gitarrenklänen und Teresas Stimme vom Sofa aus zu lauschen. Morgen ist Konzert angesagt. Morgen ist außerdem mein letzter Arbeitstag, da muss noch ein Brownie gebacken werden. Nach Singen, Backen und Bier ist uns so warm, dass wir uns nach frischer Nachtluft sehnen. Und es ist Vollmond. Wir schnüren die Laufschuhe und traben über den Asphalt, durch nächtlich leere Straßen. Spingen über Müllsäcke auf Gehwegen und heulen den Mond an. Bis wir Fort Greene erreichen, einen schlossähnlichen Park auf einem kleinen Hügel in Brooklyn. In dessen Mitte eine majestätische weiße Säule vom Mondlicht angestrahlt wird. Ahwooooooo! Ein Hund tollt herum, wir rennen, Stufen hinauf und hinunter, Handstand am Stadtrand.
Der weitere Plan? Morgen Abend also The Choir Diary Konzert in Greenpoint, Brooklyn. Freitag und Samstag Shopping, Sightseeing und co. Und Ostersonntag muss Elli schon wieder in der Flieger, während Karo und ich ein Auto gemietet haben und uns auf einen sechstägigen Roadtrip in Richtung Süden aufmachen. Wohin uns der WInd trägt oder der Highway? Unser Motto heisst bisher noch Spontanität. In wärmere Gefilde hoffentlich, vielleicht sogar die 1000 Meilen bis nach Florida. Mal sehen wie sehr wir unser Sitzfleisch strapazieren können und was uns auf der Strecke noch so über den Weg läuft. Vielleicht landen wir auch in Nashville bei den Country Singers, lassen uns in Virginia Beach an der Küste nieder oder bleiben schon gleich in Washington D.C. hängen. Wer weiß, mal wieder alles offen. Und gerade ist das sehr sehr gut so.
Und ich, ich habe danach dann auch noch ein bisschen mehr Zeit als erwartet. Zehn Tage habe ich drangehängt. Keine Ewigkeit, aber immerhin. Ich kann jetzt einfach noch nicht gehen – dieses Fleckchen Erde ist gerade zu perfekt!






