Sonntag, 31.03.2013
Eine Weile nicht am Steuer gesessen zu haben macht einen ja doch etwas nervös, wenns dann wieder mal so weit ist. Autofahren. Und das in Amiland, wo man von rechts und links überholt… Meine Stimmung schwankt zwischen Aufregung, Nervosität und Vorfreude, als Karo und ich uns an diesem Ostersonntag zum JFK Car rental aufmachten. Unseren Mietwagen abholen, der uns sechs Tage lang durch den Osten der USA kutschieren soll. Das wird der ungeplanteste Trip aller Zeiten Wir hatten null Muße irgendetwas zu organisieren. Gedanke über die Route haben wir uns kurz heute Vormittag beim Frühstück via google maps und ungefähren Distanzeinschätzungen gemacht. Kein Plan von nix, aber viel Lust auf Roadtrip-Abenteuer. Wir werden sehen, ob das gut geht. Oder vielleicht sogar besser wird. Keine Erwartungen und so. Immerhin haben wir jetzt eine ungefähre Route im Kopf: Von New York Richtung Süden, vorbei an Washington DC, nach Charleston, dann Savannah und schließlich Florida, St. Augustine Beach als südlichsten Punkt. Je nachdem wie viel Zeit uns danach bleibt werden wir uns gen Westen nach Tallahassee aufmachen und von dort den Rückweg Richtung Norden durch die Appalachian Mountains antreten. Die Abholung läuft wie geschmiert, wir adoptieren einen weißen Chevrolet. Ziemlich neu das Ding. Aber wir haben die Selbstbeteiligung im Schadensfall auf 0 reduziert – ein bisschen deutsche Sicherheit sitzt uns halt doch noch in den Knochen, trotz der amerikanischen Roadtrip-Freiheits-Träume. Aus Brooklyn raus schaffen wir es ganz gut. Dann macht aber das Navi komische Sachen, oder vielleicht haben wir auch zu vertieft dem Country Song im Radio gelauscht, jedenfalls verpassen wir eine Abzweigung und finden uns, du Schande, auf der Manhattan Bridge wieder. Dabei war das erste Ziel: Manhattan mit dem Auto meiden. Jetzt sind wir drin. Mitten drin. Und zwar so richtig. Im fettesten Stau. In den chaotischsten Straßen. Wir brauchen 2 Stunden bis wir den Stadtteil von Ost nach West durchquert haben, so langsam geht es voran – wenn überhaupt. Wir schnecken durch mein Büroviertel in Soho, niemals hätte ich mir träumen lassen, dass ich hier mal im Auto vorbeifahre. Whatever, das hat lange gedauert, aber jetzt können wir wenigstens behaupten uns im Manhattenverkehrswahnsinn behauptet zu haben. Check! Durch den Holland Tunnel entkommen wir den Massen. Grau in grau verabschiedet uns NYC, neblig und regnerisch empfängt uns New Jersey. Bald fahren wir im Dunkeln. Hat ja jetzt etwas länger gedauert… aber wir sind guten Mutes. Wir haben zwar eine Navi-Else, kaufen aber noch eine Papierkarte an der ersten Tankstelle. Das macht mehr Spaß und man kriegt einen besseren Überblick. Für diesen Abend ist Washington DC Anfahrtspunkt. Beziehungsweise irgendein Rastplatz vor, hinter, bei Washington. Die letzten Meilen sind ein kleiner Kampf, wir sind echt müde. Irgendwann gegen kurz nach zwölf finden wir eine rest area am Highway, die recht belebt aussieht. Hier werden wir unser Nachtlager aufschlagen. Ein paar Umbaumaßnahmen im Auto und schon haben wir eine eigentlich ganz passabel aussehende Liegefläche geschaffen. Na dann mal ab in die Federn, Schlafsäcke. Und hoffen, dass keine Polizei an die Scheibe klopft – oder sonst wer.
































































































































































