VIP reception am Donnerstag, mit Prof Friedrich Ulfers, den Sponsor des FU Preises und Dr Christoph Bartmann, Direktor des Goethe Institutes NYC
Martini Time im Superfine in Brooklyn… ich mag diese Oliven nicht. Aber sieht halt gut aus…
Wir haben da echt ne nette Truppe fuer das Festival gefunden. Lustige Abende, vor allem wenn Drinks gesponsort werden:)
Book store „PowerHouse Arena“ in Brooklyn, DUMBO (down under Manhattan Bridge overpass) area. Lesung zum Thema „Closed Circuits: Shrunken Dystopias“.
Literary Brunch im Deutschen Haus, NY University
zwischen den Hochhaeusern hat sich die NYU ein paar nette Haeuschen gesichert
Waren schon ein paar Leute da. Es gab Essen umsonst…
Brittany und Grace vom GBO
„sleeping picture“…after-dinner-fun nach der Lesung
Autorin Ulrike Ulrich, „fern bleiben“ und Grace vom GBO
Buchhandlung McNally Jackson in Soho am Sonntag Abend. Lesung zum Thema „Breaking Away: Contemporary Travelogues“
„Geschickte“ Platzierung der Weinbar in der Buchhandlung McNally Jackson, Soho – direkt vor den Selbsthilfebuechern…
Dustin und Riky vom Goethe Office und GBO
Autor Leif Randt, „Schimmernder Dunst ueber CobyCounty“ (Buchtipp!!!)
(c) John Harris
(c) John Harris
(c) John Harris
(c) John Harris 
Monat: Februar 2013
Nachtzug nach Lissabon
„Vergeh dich ruhig, vergeh dich an dir selbst und tu dir Gewalt an, meine Seele; doch später wirst du nicht mehr Zeit haben, dich zu achten und zu respektieren. Denn ein Leben nur, ein einziges, hat jeder. Es aber ist für dich fast abgelaufen, und du hast in ihm keine Rücksicht auf dich selbst genommen, sondern hast getan, als ginge es bei deinem Glück um die anderen Seelen … Diejenigen aber, die die Regungen der eigenen Seele nicht aufmerksam verfolgen, sind zwangsläufig unglücklich.”
(Marc Aurel, Nachtzug nach Lissabon von Pascal Mercier)
Nachtzug nach Lissabon gehört zu den Büchern, bei denen man Angst hat, wenn sie in einen Film verwandelt werden. Enttäuschung ist quasi vorprogrammiert. Gregorius, Prado, Coimbra, die portugiesischen Worte – sie hören nicht auf zu wandern. Vier Jahre ist es her, dass ich es das erste Mal gelesen habe. Aber dieses Buch bleibt. Nachtzug nach Lissabon ist wie eine Sammlung an Zitaten. Und jetzt kommt es in die Kinos. 7. März 2013 ist Stichtag. Ich bin skeptisch, aber überrascht: Der Trailer ist verdammt vielversprechend. Das Hörbuch zum Buch ist wirklich wirklich gut, fast besser als das Buch selbst. Vielleicht macht das ein bisschen Hoffnung, dass der Film auch etwas kann.
Und wenn wir schon bei Trailern und philosophischen Gedanken sind: Check out this blog and the videos in it. So inspiring. An awesome way to live one’s life, I guess…
Spontaneous piano action in our living room
Festival Neue Literatur
Nach langer Vorbereitung wurde am Donnerstag Abend endlich das Festival Neue Literatur mit einer großen reception im Goethe Institut eröffnet. Sechs deutschsprachige Autoren und zwei US Autoren werden das ganze Wochenende über in Brooklyn und Manhattan Lesungen abhalten und an Diskussionen teilnehmen. Wir haben ordentlich zu tun. Aber bisher läuft alles wie geschmiert. Die erste Veranstaltung am Freitag an der Columbia University, eine Interviewrunde mit Literaturstudenten, war ein voller (im wahrsten Sinne des Wortes) Erfolg. Und dazu wirklich inspirierend. Das Catering ist erstklassig: Wir werden mit Häppchen abgespeist und mit Wein abgefüllt – könnte schlimmer sein. Am Samstag geht es weiter mit einer Lesung und Diskussion zu Dystopien in der Literatur, Sonntag folgt ein literarischer Brunch und danach eine Lesung zu Modern Travelogues. Ein paar Bilder vom Empfang gibt es schon. Weitere folgen nach dem Wochenende.
http://festivalneueliteratur.org/
Wir haben es in The New Yorker geschafft, das macht schon was her!

The Left Coast
Zugegeben, das Blogmopped hat in der letzten Zeit ein bisschen gestottert. Es ist nicht so, dass es zu wenig Sprit hatte. Eher ein mittlere bis große Überdosis an Zündstoff, die verdaut werden musste. Kleine Explosion im emotionalen Tank. Während der letzten Woche schien sich die Welt doppelt so schnell zu drehen und gleichzeitig im absoluten Stillstand zu verharren. Ideen blitzen im Geist, aber Eindrücke erdrücken wenn sie in Scharen kommen. Ich konnte noch nicht schreiben, ich musste erstmal nur staunen und erleben und vielleicht auch ein bisschen Abstand gewinnen. Langsam bekomme ich aber Schiss vor meinem persönlichen Himalaya an konfusen Notizen, die sich auf den Seiten meines Tagebuches stapeln. Keine Angst, spurlos geht hier gar nichts vorbei. Ich brauchte nur etwas, um alles Erlebte in lesbarer Form auf das Mopped zu schnallen. Aber jetzt ist es höchste Zeit Ordnung ins Chaos der vergangenen Tage zu bringen.
Wie beschreibt man Perfektion ohne dass man in Kitsch und Floskeln abdriftet? Mit welchen Worten füllt man Zeilen, damit ein Text so lebendig wird wie das Erlebte? Ich zermatere mir den Kopf, wie ich von den fünf Tagen San Francisco authentisch berichten kann. Akzeptiert den Kitsch, wenn er euch über den Weg läuft. Es geht nicht anders. Voilà:
Es gibt Orte, die erinnern einen daran wer und wie man ist, vielleicht daran wer man mal war und vor allem wer man sein will. Eine unserer Autorinnen des Literaturfestivals hat hinten auf ihrem Buch dieses Zitat stehen. „Wir vergessen unsere Träume. Aber unsere Träume vergessen uns nicht.“ San Francisco hat sich von hinten angeschlichen und mir ohne Vorwarnung einen Lebensentwurf vor die Füße geknallt, der immer da war. Der mir lediglich in diesen letzten Wintermonaten gedanklich irgendwie abhanden gekommen ist. Mit Pauken und Trompeten, Sonnenschein und Meer ist die Stadt in die alltäglich gewordene Seele einmarschiert und flutet seitdem durch alle Gedanken und Gefühle.
SAN FRANCISCO. Eine Stadt, die bis vor einer Woche auf meiner persönlichen Weltkarte noch einen ziemlich weißen Fleck darstellte. Keine Bilder, keine Gerüche und Erlebnisse, keine Sehnsüchte, die ich mit diesem Ort verband. San Francisco war nicht mehr als ein Name für mich, blass, bis auf ein paar Schwärmereien von Freunden und die persönlich belanglose Assoziation der weltbekannten Brücke. Ich glaubte insgeheim nicht mal daran, dass mich eine Stadt in Amerika wirklich begeistern könnte. Da haben wir es wieder: keine Erwartungen. Beste Voraussetzung für eine RIESENüberraschung.
JetBlue Airways ist nicht Ryanair. Ich habe im Flieger sogar mehr Beinfreiheit als in der Holzklasse bei Lufthansa oder einem anderen Nicht-billig-Flieger. Daumen hoch für supersize seats der Amis. Sieben Uhr dreißig am Morgen und ich, überhaupt gänzlich ohne Schlaf diese Nacht, will gerade meinen iPod einstöpseln und noch vor dem Start eindämmern, da flötet eine helle Stimme in den Lautsprecher der Kabine „Happy Valentine’s Day guys „. Die Stewardess hat sich in den Kopf gesetzt, Liebe zu versprühen. „Do you feel the love? If not yet, we will make you feel it!“ Der Steward grinst sich einen und legt ein kleines Tänzchen hin. Kurz nach der Landung begrüßt man uns mit einem „Welcome to LOVELY San Francisco“. Ha, indeed: San Francisco. Ich trete aus dem Terminal und kann jetzt schon nicht mehr aufhören zu grinsen. People wear short sleeves, ahhh, how awesome is that! I get the feeling that I am much more the California-type-of-person than a New Yorker. Wie gut, dass ich den Backpack genommen habe, back to travelling. Ich spüre das Reisefieber aufwallen und halte meine blasse Winternase in die kalifornische Februarsonne. Hier ist Zeit, hier ist Wärme und ganz in der Nähe auch irgendwo das Meer.
San Francisco erinnert mich an eine Reihe von Orten, die ich in den letzten Jahren kennengelernt habe. Es scheint mir wie eine gelungene Mischung aus Sydney, Wellington, Nelson, Raglan und den Kanaren. Die Stadt schmiegt sich in die Natur, so ganz anders als das verglaste und betonierte New York. Mit seinen Hügeln und schroffen Klippen, Stränden und Coastal Trails, Palmen und südlichen Bäumen und Blumen. Und natürlich dem Pazifik. Das Geschrei von Möwen, gehisste Segel der Schiffe in der Bucht. Hier ist alles sandfarben. Der sunrise und sunset verwandelt die Szenerie täglich zweimal in ein Märchen. Da ist wieder der Kitsch. Aber ganz ehrlich, wenn ihr die Golden Gate Bridge, die Bay und den Coastal Trail in einem solchen Licht sehen würdet, dann kann man gar nicht genug Schmalz auflegen, um den Anblick zu beschreiben. Die ganze Zeit kommt es mir vor, als bekäme ich nonstop eine aufputschenden Droge eingeflöst. Ich kann einfach nicht aufhören in mich rein und aus mir raus zu grinsen.
Nach einem Strandlauf ziehe ich die Schuhe aus und dippe mit meinen weißen Füßen vorsichtig in die kleine beruhigend schwappende Uferwelle. Huh. Ich tänzel einige Male vor und zurück bis ich länger in dem kühlen Wasser stehen bleiben kann. Weiter draußen in der Bucht ziehen hartgesottene Triathleten ihre Bahnen im Morgenlicht. Das Wasser ist so seicht und alles um mich herum noch so still. Nur die Vögel sind da. Man hört sie hier und auch das macht einen Unterschied. Es flattert Freiheit, zwitschert Exotik. Westcoast – „left coast“ – du bist so schön. Barfuß wandere ich langsam zurück zum Hostel. Über den Strand, dann auf dem Asphalt. Und spüre wie das raue Pflaster meinen Füßen den Sommer einhaucht. Ich komme mir vor wie ein buddhistischer Mönch in seiner Achtsamkeitsmeditation – ich bin so unglaublich entspannt und hier und hier und einfach nur hier. So viel Glück hat sich seit langer Zeit nicht aufgehäuft. Und dabei ist es erst 8 Uhr morgens. Ein Waschbaer kreuzt meinen Weg. Er dreht kurz den Kopf, huscht den Hügel hinauf und dreht sich oben nochmal mit einem leicht vorwurfsvollen Blick zu mir um: Ich störe die Ruhe vor dem (Touristenan)Sturm. Ich wandere den Municipal Pier hinunter und lehne mich am Ende gegen die Mauer. Die Bay in Licht und Schatten, der Sommermorgen mit leichter Brise streicht über meine Arme. Unter mir im Wasser krault ein Schwimmer. Als er beim Richtungswechsel aufschaut grinst er mir zu, hebt den Daumen und ruft schnaufend und etwas zu laut (weil er Ohrstöpsel trägt) „Hey, good morning. It’s quite chilly in here“. Ich grinse, natürlich. „Good job“ , aber ich bin mir nicht sicher, ob er das hört. Schon nimmt er den Rythmus wieder auf und entfernt sich Richtung Strand. Ich halte meine nicht mehr ganz so winterweiße Nase in die Sonnenstrahlen. Tatsächlich habe ich im Spiegel schon ein bisschen Farbe auf den Wangenknochen entdeckt. Sweet! Gedanken kreisen, ob man hier nicht tatsächlich leben könnte. Wie viel Lebensentwurf zeichnet man selbst? Wie viel Freiraum braucht das Leben, um die besten Geschichten zu schreiben und wann greift man ein, um selbst zu schreiben?
Donnerstag, Freitag, Samstag, Sonntag – Sonne. Und Unterwegssein. Ein unendlicher stream of conciousness. Wir frühstücken in einem Straßencafé, sitzen draußen und können die Wärme auf dem Gesicht kaum aushalten. Luxusprobleme. Sehen Chinatown, Fisherman’s Wharf, schlendern die World’s Crookedest Street an einem lauen Sommerabend hinunter. Auf den Cable Car Schienen balanciert man über das ratternde Seil, Straßengebirge erklimmen, um vom baumbewachsenen Hügel bei Nacht die Lichter der Stadt zu erblicken. Wir werden zum geheimen Pizzagourmet in einer Seitenstraße des Ocean Beach, entdecken Surfshops und sprechen mit Locals, die einem davon abraten in der Schweinegrütze von Brandung surfen zu gehen. Aber man solle doch nach Santa Cruz weiterfahren, da gebe es definierte Wellen und Perioden von bis zu 30 Sekunden. Ein antiker Käfer am Straßenrand, Preis $2000, lässt mich kurz tagträumen, dann aber doch lieber Rückzug in die windgewogenen Dünen. Als die Sonne tiefer sinkt und der Wind kühler wird verlassen wir den Strand. Ein Bier in der Surferbar an der Ecke, die vom Abendlicht durchflutet wird. Viel eher eine Szene aus einem kalifornischen Surffilm als die Wirklichkeit. Vielleicht wahr, vielleicht Traum. Und vielleicht auch mal wirklich beides vereint. Selbst der graue Himmel am Montag kann das Licht nicht wirklich trüben. Abreisetage müssen grau sein. Die Book Bay, eine kleine second-hand-Buchhandlung auf dem alten Militärgelände Fort Mason bietet Wolkenschutz. Und schwerwiegendes Handgepäck. Man kann ja nicht ohne Buch gehen.
Wie bunt San Francisco in meiner mind map geworden ist kann ich immer noch nicht glauben. Jemand hat den ganzen verdammten Malkasten, inklusive Buntstifte, Filzstifte, Wachsmalstifte und sämtlicher Glitzerstiftvariationen über mir ausgekippt. Man lebt Jahre vor sich hin und dieser Platz existiert die ganze Zeit. Ein bisschen unheimlich, wie viele solcher Plätze man nie kennenlernen wird. Ich beschließe es andersherum zu sehen: wie viele solcher Orte einen noch von hinten, vorne oder von der Seite anspringen werden. Wann wir uns wo und wie wiederfinden und für welchen Lebenslauf, -weg und -entwurf wir uns entscheiden, wenn so etwas wie diese Stadt einfach plötzlich unerwartet um die Ecke schaut und freundlich einladend winkt. Da soll noch mal einer sagen, das Leben wäre auch nur ansatzweise berechenbar. Kaum planbar. Eher sonderbar, ganz sicher aber wunderbar.
Ich warte am Flughafen. Mein Hoch flacht etwas ab. Sadness kicks in. Ich will nicht zurück. Habe ich erwähnt, dass ich amerikanische Flughafentoiletten hasse? Nicht nur, dass die Kabinen eher aus Schlitzen statt Wänden bestehen. Vor allem verstehe ich die Leute nicht, die sich bei zwanzig verfügbaren Kabinen genau in meine Nachbarkabine drängen. Und dann noch nicht mal vorauspreschen, sondern in peinlicher Stille abwarten. Es ist ein stiller Kampf, ein Lauschwettbewerb. Bis einer den Anfang macht oder das Papier zu knittern und knistern und reißen beginnt oder eventuell sogar kapituliert und gleich die Klospülung rauschen lässt. Das ist mir zu viel fremde Intimität. Das Örtchen der Stille ist passé, hmpf…ich geh im Flugzeug. Das hat dann über eine Stunde Verspätung. Aber eigentlich ist mir das egal. Ich bin froh, wenn ich noch länger westcoast Boden unter den Füßen habe. Und morgen früh muss ich eh direkt mit dem Backpack ins Büro marschieren. Bei dem Gedanken grinse ich dann doch wieder. Was für ein Trip.
SHIT happens…
Fisherman’s Wharf Hostel – perfekte Lage, direkt am Wasser


Gemeinsamer Sonntagsausflug: Hunde an Bord

Pupsi, was machst du in einer Galerie in San Francisco??
Ich bin sowas von weg und sowas von hier…
Ohne Worte, viel kann ich (noch) nicht schreiben. Nur: Das alles hier ist ein Traum, da bin ich mir sicher. Ich habe gerade Zeit ein paar Bilder hochzuladen, waehrend ich mir das spaete Hostelfruehstueck, Bagel und Kaffee, zwischen die Kiemen schiebe. Ungeduldig. Ich muss da wieder raus. Bin heute morgen schon drei Stunden am Wasser unterwegs gewesen. Never miss the sunrise in a place like this. Diese Stadt, liebe Leute, ist der Wahnsinn. Sorry, New York, aber du kannst echt einpacken. Mein Herz, meine Seele UND mein Verstand haben die Westcoast entdeckt.
Ich berichte ausfuehrlicher, wenn meine Fuesse mich nicht mehr tragen moegen. Aber bis dahin setze die Sonnenbrille auf den Kopf, streife ein kurzes(!!) Tshirt ueber und nehme die Beine in die Hand. Und bin auf und davon, Huegel zu erklimmen und Straende zu erwandern. Und Flipflops zu kaufen.
Country, Theater, Bier und die Biege machen
Moin moin, kann man schon sagen. Die Uhr oben rechts auf dem Desktop zeigt 0:32 Uhr. Ich gähne und blicke mich im Zimmer um: Ein einziges Chaos. Der Backpack liegt halb gepackt auf dem Boden, viel zu viele Klamotten. Wie immer. Ich würde jetzt sehr sehr gerne schlafen gehen, aber das ist für heute Nacht nicht eingeplant. Warum? Erzähle ich später. Erst gibt es ein kleines update der vergangenen Tage:
Nachdem wir Nemo also offensichtlich unbeschadet überstanden hatten und auf den sonnigen Samstag auch noch ein überaus schöner Sonntag folgte, endete das Wochenende mit einem Konzert. The Choir Diary, eine vierköpfige Countryband, versorgte uns mit erstklassiger Countrymusik in einem stylischen Westernsaloon in Brooklyn. Die vier sind wirklich großartig.
Gestern morgen wurde unser Büro von Harmonie durchflutet…diese zwei Herren trainierten ihren gleichmütigen Geist auf dem Nachbardach. Das gute Karma zog praktisch durchs offene Fenster zu uns herein. Herrlich. Vielleicht sollte ich doch wieder anfangen zu meditieren. Über den Dächern von NY hat das auch wirklich Stil.
Inzwischen bin ich übrigens ein richtiger Ami geworden: Ich habe drei Jobs. (Kleiner Witz am Rande, von unserem Englisch Tutor Milosevic: Bill Gates in a public speech: „We have created a lot of jobs in the past“. A man in the front row shouts: „I know Bill, I have got three!“) Neben dem Praktikum im GBO gehe ich also gelegentlich Babysitten bei einer deutschen Familie und gerade habe ich drei Abende im Theater ‚Usher‘ gespielt. Also nicht den Sänger imitiert oder so, sondern ganz schlicht Karten abgerissen und alte Leute in ihre Sessel platziert. Für das Stück einer österreichischen Schauspielerin, Mercedes Echerer, die zur Zeit eine Woche hier gastiert. Ziemlich lustig und ziemlich gut gespielt…wie man das eben so macht, wenn man in einem EInmannstück 32 Rollen inkl. verschiedenster Dialekte verkörpert. Respekt!

Ach ja, und dann ist Anton plötzlich in New York aufgekreuzt. Da sagen wir mal wieder „Danke, Facebook“. Ohne den virtuellen Schuppen wären wir nämlich niemals zum beer tasting gekommen. Eindeutiger Favorit: Purple Haze aus Louisiana. Aber das Brooklyn Lager (‚Lychee Bier‘) kann auch was. Dunkles Ale kann dagegen garnüscht.

Organische Drogen….Whole Foods sagt, wenn man eine Kapsel mit dem ersten Drink einnimmt, dann gibts am nächsten morgen keine Kopfschmerzen. Ich war in der Tat sehr fit heute. Da muss ganz viel Placebo Wirkstoff drinnen stecken.
Es ist 1:37 Uhr. Wenn diese Bettdecke mich nur nicht so anlächeln würde. Aber jetzt noch eine Stunde zu schlafen macht die Müdigkeit eher schlimmer. Ich gehe besser Duschen. Der A train fährt um 3:30 Uhr zum Kennedy Airport. Um 7:30 geht mein Flieger. East to West. Am Montag ist Feiertag und Donnerstag/Freitag ist diese Woche mal frei. Urlaubstage ausnutzen, d.h. es ist Zeit für eine kleine, inneramerikanische Reise. SAN FRANCISCO, CALIFORNIA. Adieu, ich verkrümel mich in die Sonne.
SCHNE(E)MO
New York ist keine Stadt für alte Leute. Und kein Ort für Leute ohne wasserfeste Schuhe. Liebe Omas, wenn ihr das hier lest (und seht), dann dürft ihr euch nie wieder über den Straßenräumdienst in Deutschland beschweren. Hier wird nämlich maximal für die Autos Schnee geräumt. Fußgänger müssen sehen wie sie zurecht kommen. Bei Ampelübergängen gibt es folgende Optionen: Mit Anlauf über eine Schneemauer springen oder durch ausladende Seen mit oft verheerendem Tiefgang schwimmen. Oder gleich beides. 
Ein Blizzard ist also über uns hinweggefegt. Kleine Wetterlektion von Wikipedia: „Der Blizzard ist ein starker Schneesturm, der hauptsächlich in Nordamerika auftritt. Ein Blizzard entsteht infolge eines kräftigen Kaltlufteinbruchs aus Richtung der Polarregionen. Dabei dringt die polare Kaltluft in Tiefdruckgebieten bis weit nach Süden vor, da auf dem nordamerikanischen Kontinent keine in Ost-West-Richtung verlaufenden Gebirge existieren.
Ein nordamerikanischer Blizzard definiert sich über folgende Erscheinungen:
- Temperaturen von −6 Grad Celsius oder tiefer
- hohe Windgeschwindigkeiten ab Windstärke 7 Bft
- große Mengen an Schnee mit Sichtweite von weniger als 400 Metern
- Dauer von über drei Stunden“
Letzte Nacht hat der Wind gewütet und jede Menge Schnee in den streets und avenues verteilt. Schon beachtlich was da runtergekommen ist. Nach Notstand hat sich das alles aber nicht angefühlt und heute morgen schien malerisch, entgegen aller Erwartungen, eine wunderbare Wintersonne von einem klaren blauen Himmel. Perfekt für einen WInterspaziergang. Das hat sich so ungefähr die gesamte Bevölkerung New Yorks gedacht und direkt mal den Central Park mit erhobenen Schlitten und Langlaufskiern erobert. Da bot sich wieder das Ufer des Hudson an. Inzwischen habe ich das Gefühl, dass der Park dort noch ein Geheimtipp ist.

Das Puppy Window. Erste Euphorie…“oh sind die süüüüüß“…
…zweite Überlegung und mal nachgedacht, Tierhaltung und so…. „Die Armen, bäh:(“
Schnee und Sonne tragen immer Skiurlaubserinnerungen in sich. Uns war nach Hütte zu Mute und dann zeigte die Uhr (das Handy) schon Kaffee und Kuchen Zeit. Das einzig Richtige in diesem Moment: Auf zur Landbrot Bakery, um mit Apfelstrudel den Tag ausklingen zu lassen. Herrlichst.

Blizzzzzzard warning…
Apocalypse im Anmarsch? Snowpocalypse, wie Matti aus dem Büro es nennt. Hier oben pfeift und windet es um den 11. Stock. Die Häuser in der Ferne versinken in einer dicken Nebelsuppe. Mit geschlossenen Augen verändert sich die Szenerie, hocke ich am Fenster einer reetgedeckten Kate, um die der Nordwind peitscht und Dünengras statt Straßenschilder biegt. Kleiner Sehnsuchtsanfall der nordischen Seele. Ist es vermessen zu sagen, dass ich gerade lieber auf einer Insel in Nordfriesland wäre als hier? Wenigstens stürmt es. Ein bisschen mehr Natur als sonst. Noch ist es Eisregen, der gegen die Scheiben prasselt. Eigentlich ganz gemütlich hier drinnen. Wir fantasieren von einem Wochenende im Büro: Ein Sofa ist da, eine Decke hat Grace in der Schublade, Kaffee, Musikanlage, die Bibliothek mit Büchern und DVDs – zur Not ließe sich der Sturm auch hier aussitzen. Und das vielleicht gar nicht mal so schlecht. Aber bevor es soweit kommt das wir einschneien, sprich das Auswärtige Amt ein Machtwort: Wir schließen auf Grund des Wetters um 14:30 Uhr. Gut, wenn das quasi als Befehl von oben kommt, da kann man nix machen. Dabei ist Freitag und wir wären alle so gerne bis 17 Uhr geblieben…
oh come on, S(tarb)ucks!
C.U.S.T.O.M.I.Z.E.D.
Ich bin ja nicht so für Materialismus. Und auch nicht shoppingfanatisch oder so. Bisher habe ich mich mehr als zurückgehalten, den Klamottenläden eine ziemlich frostige Schulter gezeigt. Nur leider habe ich kürzlich entdeckt, dass ich mit einer anderen subway Linie um einiges schneller zur Arbeit komme. Und da hat sich auch der Fußweg von der Bahn zum Büro geändert. Bentschie läuft jetzt immer schön den Broadway entlang. Vorbei an Hollister (pff, da ist und bleibt die Schulter eisigst), Zara, Billabong, Urban Outfitters, ja, auch an Victoria’s Secret. Da kann es gar nicht beim Windowshopping bleiben. Und dann war da dieses kleine, bescheidene Schaufenster mit ca. 200 Paar Chucks fein säuberlich aufgestapelt: Converse. Ich wollte wirklich nur mal kurz reinschauen, aber DIE. DIESE SCHUHE WAREN PERFEKT. Oder?
Und DIE, DIE sind customized. Das kann man in dem store nämlich machen. Sich sein eigenes Muster aussuchen und es draufdrucken lassen. Customizing. Den eigenen Bedürfnissen anpassen. Und ich hatte ein sehr großes Bedürfnis, oh ja! Und jetzt warten wir auf den Sommer. Zumindest auf Tage ohne Schneematsch. Wunderbar. Wunderbest.
Wenn ich schon dabei bin: Hier sind noch ein paar Bilder vom Wochenende. Ich wusste nicht, dass hier Blumenkohl auf der Straße wächst. Da darf dann auch wirklich kein Hund sich drauf, drunter, wo-auch-immer erleichtern. „Please curb your dog“ steht vor jedem kleinen Gärtchen.
(Ich glaube es ist nicht wirklich Blumenkohl…nur für die Leichtgläubigen unter euch;))
Und dann war ich noch in Europa, gefühlt. In den hohen Hallen einer riesigen Kathedrale. Um genau zu sein in der Cathedral Church of Saint John the Divine in the City and Diocese of New York. Wikipedia sagt:
„Mit 11.240 m² Grundfläche, einem Volumen von 476.350 m³ und einer Länge von 183,2 m ist sie die größte anglikanische Kirche und nach dem Petersdom und der Basilika Notre-Dame de la Paix die drittgrößte christliche Kirche der Welt.“
Unbedingt Liken auf facebook. Verspricht himmlischen traffic für die Facebookpräsenz. Falls nicht: Sünde und Fegefeuer! Vielleicht gibt es aber die Beichtapp, dann passt alles. Und Beichte ist in der Anglikanischen Kirche auch gar nicht soooo entscheidend: „Alle dürfen; keiner muss; einige sollten.“ Danke, das hat mir auch gerade Wikipedia geflüstert.

Eine Erinnerung an 9/11, die mir zwar einerseits gefiel, die andererseits aber auch ziemlich unheimlich wirkte.

Samstag Abend gab es ein bisschen JAZZ in Brooklyn auf die Ohren. Sehr entspannt, in einer netten Location.
Montauk reloaded
Whole Foods
Sonntag Mittag. Lunchtime.
Ich sitze im Whole Foods Market, einem Supermarkt der Extraklasse. Zum Vergleich: Alnatura ist dem gar nicht so unähnlich, aber Whole Foods ist eben Amerikanisch, also größer! Vor allem aber ökologisch bis auf die letzte Karotte. Hier drinnen schreit alles „Nimm mich – Ich bin bio, öko, organic, sustainable“. Die Wände sind grün, die Tische in der seating area aus „River-Recovered Heart-Pine“ Holz, natürlich! Schilder erinnern an die Recyclingaktivitäten, an composting, clean energy und overnight energy savings. Natürlich gibt es eine „Whole Food Foundation“, eine „green mission“ und den slogan „Whole People – Whole Planet – Whole Food“. Eigentlich ist man schon wirklich ein guter Mensch, wenn man nur hier isst und einkauft. So schlimm ist das alles gar nicht mit dem Planeten und wir tun ja auch schon ganz schön viel. Auch für unsere eigenen Körper – „Victory comes with Vitamins“. Sündenerlass erfolgt mit der Rechnung quasi sofort. Man fühlt sich einfach gut und suhlt sich im eigenen Gutmenschsein. Amen! So oder so ähnlich muss sich die Geschäftsführung die psychologische Reaktion der Kunden vorstellen…
Neben des „normalen“ Einkaufsgeschehens im Untergeschoss, gibt es ausladende Buffettische (Antipasti, Salat, Veggie, Fleisch etc etc) , von denen man das Essen selbst zusammenstellen kann. Auch stehen hier Köche hinter Theken, die einem das Qualityfood direkt verpacken oder aufwärmen. Alles hochwertigst! Whole Foods ist dadurch ziemlich beliebt als breakfast, lunch oder dinner option. Fast wie ein Restaurant. Sieben Tage die Woche, 8 bis 23 Uhr geöffnet. Der Laden ist immer voll, besonders am Wochenende. Familien, einzelne Einkäufer, angehende Autoren (?…so viele Leute schreiben hier etwas, schauen vertäumt oder nachdenklich in die Luft, schreiben wieder…), lernende Studenten – sie alle lassen sich hier für fünf Minuten bis Stunden nieder. An jedem zweiten Tisch wird eifrig in die Tasten des Laptops getippt, an jedem(!) Tisch dann und wann die empfindsame Oberfläche eines Smartphones, iPads oder e-readers gestreichelt. Außerdem ist der Laden für meetups (meet-up.com) ein sehr beliebter Treffpunkt. So saß ich letztes Mal neben einer Gruppe durchschnittlich 60jähriger Amerikaner, die sich zu einem Poetry Meetup trafen und ihre selbstverfassten Gedichte diskutieren.
Zurück zum Essen. Ich habe heute eine Mischung aus Cranberry Couscous, italienischem Gemüse und Fleisch, Thunfischsalat mit Äpfeln und Cashewkernen. Nehme ich eine hässliche grüne, aber wiederverwendbare Schüssel statt eines Pappbehälters für mein Essen, werden mir 15 cent vom Preis abgezogen. Würde das jeder machen, mahnt eine Tafel, produzierten die USA viel weniger Müll. Ich frage mich kurz, wie Whole Foods dann noch Recycling bewerben könnte und beschließe, dass die braune Pappschachtel auch nicht so schlecht sein kann. Immerhin ist die nicht aus Plastik und mir viel sympathischer als der grüne Hundenapf. Dafür esse ich ja am nachhaltigen Tisch, dessen Holz MINDESTENS 200 Jahre alt ist und irgendwann aus einem Fluss gefischt wurde. Als ich sitze verkündet ein Plakat vor meiner Nase, dass Spargel das Gemüse des Monats ist. „For the love of vegetables“. Yey! Dann guten Appetit.
Fazit: Auch wenn diese stark betonte, doch irgendwie künstlich wirkende Nachhaltigkeit leicht überwältigend auf meinen hungrigen Magen wirkt: nett ist es hier schon. Und lecker. Und ideal zum people watching und außerdem funktioniert das kostenlose wifi tadellos!
http://wholefoodsmarket.com/whole-foods-market?utm_referrer=
Super Bowl weekend
In weniger als einer Stunde geht es los. Der Super Bowl geht an den Start. Nicht, dass ich ne Ahnung von den Football Regeln hätte, aber ich freue mich auf die berühmten commercials…


































































