Buchtipp

Ich beginne damit, die Bücher der Festival Neue Literatur Autoren zu lesen. #1 ist durch. Ulrike Ulrich ist eine der Autorinnen, die Ende Februar zum Festival nach NY kommen. fern bleiben kann ich allen empfehlen, die noch nicht völlig genervt sind von der Diskussion um die Generation der 20 bis 30, sagen wir vielleicht 35jährigen. Die sich noch Gedanken machen mögen und müssen wohin es geht, gehen soll, gehen kann und gehen wird.

Lo fährt mit dem Zug durch Europa und darüber hinaus, man denkt an den klassischen Backpacker. Losfahren, wenig duschen, frei sein (wollen), interessante Leute treffen. Ist auch ein bisschen so.  Allerdings hatte Lo, bevor sie losgefahren ist, einen richtigen Job. Sie ist keine desorientierte Studentin mehr. Wenn dann schon eher Typ Aussteigerin. Und sie leidet auch nicht an knapper Kasse. Das eigentlich Neue an der ganzen Sache ist: Sie steig immer nur um, nie wirklich aus. Das stresst irgendwie, aber genau darum geht es: Eine gewisse Getriebenheit. Erstmal noch nicht anzukommen. Sich nicht festzulegen. Sich nicht zu entscheiden, sondern immer auf der Suche zu sein. Nach irgendetwas, das sich richtig anfühlt. „Strenggenommen war ja auch Aschenputtel schon als Kind im falschen Film. Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Das ist so ein Satz, der ihr immer wieder in den Kopf kommt, zusammen mit der Frage, was ein Leben im Richtigen sein könnte. Ihr kommt das Leben immer richtiger vor, je fremder sie sich fühlt. Und sie ist sich nicht sicher, ob es daran liegt, dass sie sich im Falschen bewegt, oder daran, dass sie selbst nur in der Bewegung und nur vor dem Hintergrund des Fremden wahrnehmen kann“. Ulrich schreibt gedankenvoll, nah am Leser. Lo erkundet Seelenlandschaften, fährt emotional Achterbahn und ist dabei dem eigenen Ich oft ganz nah. Immer wieder Gedanken, die man selbst schon gedacht, Beobachtungen, die man selbst schon getätigt hat. Alltagsphilosophisch. Darum liest es sich so schnell und leicht und schön. Lest mal was!

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Aber auch Benedict Wells „Becks letzter Sommer“ nicht vergessen. Das ist noch schöner!!

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