Buchtipp

Ich beginne damit, die Bücher der Festival Neue Literatur Autoren zu lesen. #1 ist durch. Ulrike Ulrich ist eine der Autorinnen, die Ende Februar zum Festival nach NY kommen. fern bleiben kann ich allen empfehlen, die noch nicht völlig genervt sind von der Diskussion um die Generation der 20 bis 30, sagen wir vielleicht 35jährigen. Die sich noch Gedanken machen mögen und müssen wohin es geht, gehen soll, gehen kann und gehen wird.

Lo fährt mit dem Zug durch Europa und darüber hinaus, man denkt an den klassischen Backpacker. Losfahren, wenig duschen, frei sein (wollen), interessante Leute treffen. Ist auch ein bisschen so.  Allerdings hatte Lo, bevor sie losgefahren ist, einen richtigen Job. Sie ist keine desorientierte Studentin mehr. Wenn dann schon eher Typ Aussteigerin. Und sie leidet auch nicht an knapper Kasse. Das eigentlich Neue an der ganzen Sache ist: Sie steig immer nur um, nie wirklich aus. Das stresst irgendwie, aber genau darum geht es: Eine gewisse Getriebenheit. Erstmal noch nicht anzukommen. Sich nicht festzulegen. Sich nicht zu entscheiden, sondern immer auf der Suche zu sein. Nach irgendetwas, das sich richtig anfühlt. „Strenggenommen war ja auch Aschenputtel schon als Kind im falschen Film. Es gibt kein richtiges Leben im Falschen. Das ist so ein Satz, der ihr immer wieder in den Kopf kommt, zusammen mit der Frage, was ein Leben im Richtigen sein könnte. Ihr kommt das Leben immer richtiger vor, je fremder sie sich fühlt. Und sie ist sich nicht sicher, ob es daran liegt, dass sie sich im Falschen bewegt, oder daran, dass sie selbst nur in der Bewegung und nur vor dem Hintergrund des Fremden wahrnehmen kann“. Ulrich schreibt gedankenvoll, nah am Leser. Lo erkundet Seelenlandschaften, fährt emotional Achterbahn und ist dabei dem eigenen Ich oft ganz nah. Immer wieder Gedanken, die man selbst schon gedacht, Beobachtungen, die man selbst schon getätigt hat. Alltagsphilosophisch. Darum liest es sich so schnell und leicht und schön. Lest mal was!

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Aber auch Benedict Wells „Becks letzter Sommer“ nicht vergessen. Das ist noch schöner!!

Still waiting on the world to change

Wenn ich im Office zwischen der Amerikanischen und der Deutschen Tastatur hin und her switche (weil ich ab und zu mal ä,ö und ü brauche), dann ändern sich auch ein paar Buchstaben. Da wird NY dann ganz schnell mal zu NZ. Und deshalb machen wir jetzt mit New Zealand weiter….

Das Internet vergisst nicht. Nie. Was man nicht alles so wiederfindet in dem alten Datenhaufen. Blogs aus alten Zeiten. Ich hätte nie gedacht, dass die noch funktionieren. Neuseeland ist immerhin mehr als 4 Jahre her. Linas Blog funktioniert sogar noch einwandfrei. Bei mir schwächeln die Bilder, aber die Texte sind noch frisch und knackig wie eh und je. Großartig. Und seltsam zu lesen. Hat zwar nicht so viel mit NY zu tun, aber! Viel Spaß beim Stöbern in der Vergangenheit, verliert euch nicht darin! Sie hängt immer ein bisschen hinten dran, die Gute. Alte. Zeit.

http://blogs.statravel.de/bentschie/blog

http://blogs.statravel.de/linajo/albums

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„Geduld ist das Vertrauen,

dass alles kommt, wenn die Zeit dafür reif ist.“

Nach 8 Monaten Neuseeland und 5 Monaten der Verwahrlosung (…) bekommt dieser Blog wieder eine Aufgabe (tja, irgendwie hatte ich mir wohl Berichterstattung aus Passau vorgenommen)…sweet as!

Gerne würde ich behaupten, der Grund sei eine erneute Reise. Doch dieses Mal liegt das andere Ende der Welt nur ca. 750km weiter südlich von Hamburg City. Eine eigene Kultur gibt es hier dennoch….

Hier? Das ist Passau. Die Stadt in der äußersten Ecke Bayerns. 250km bis Prag, 180km bis München.

Eine Zwischenstation auf der Suche nach dem „endless summer“, um schnell ein paar kulturell-kapitalistisch geprägte ECTS Punkte einzusammeln, die Alpen zu erklimmen, den Geist aufzurütteln und irgendwann „well educated“ mit einem Bachelor im Gepäck wieder in die weite Welt aufzubrechen.

„Warum überquerte das Huhn die Straße?

– Um dorthin zu gehen, wohin noch kein Huhn gegangen war!“

Gehabet euch wohl…and keep me up-dated what life’s like out there!

Bentschie

….hm, und dieser „Abschluss“ meines Blogs macht mich stutzig. Ist irgendwie unheimlich. Diese Worte sind so simpel, aber zwischen ihnen und mir hier klafft…ewas. Ein anderes ich, eine ganze Welt. Dazwischen türmt sich ein Etwas, das Studium heißt. Das Reisen und Menschen und alle Arten von Erlebnissen beinhaltet. Ein ganzer Lebensabschnitt. Drei verdammte Jahre. Und diese Worte stehen sich so naiv die Beine in den Bauch, dass es einem fast schlecht wird. Das ist irgendwie brutal, weil dieser Text dort ist und ich hier und dazwischen eine riesige Fläche mit Bergen und Tälern und Meeren und Wäldern liegen sollte, aber in dem Moment des Lesens wird das alles ganz brutal zusammengestaucht serviert: Bon appetit, deine letzten drei Jahre.

Meet me in Montauk

-M-O-N-T-A-U-K

Der Name dieses Ortes hat mir seit einer kleinen Ewigkeit im Kopf herumgespukt. Irgendwann habe ich ganz willkürlich den Roman aus dem Bücherregal zu Hause gezogen. Absolute Begeisterung vorzugeben wäre Heuchelei. Ich mochte ihn nicht besonders. Nur ein paar wenige Stellen habe ich angestrichen, ein paar gute Gedanken finden sich meistens irgendwo zwischen den Zeilen.  Jedenfalls habe ich Montauk sofort googlemapsen (Anneke, das ist für dich) müssen und weiß seitdem, dass es der so ziemlich letzte Ort auf Long Island ist. Circa 3 Stunden Autofahrt von NY entfernt – bei amerikanischer Geschwindigkeitsbegrenzung zumindest. Dann kam dazu, dass dieser Film – „Eternal Sunshine of the Spotless Mind“ – teilweise dort spielt. „Meet me in Montauk“, ein hängengebliebenes Zitat. Dieses Bett mitten am Strand, mit Jim Carey und daneben Kate Winslet mit blau-pink-orangefarbenen Haaren. Abgedreht. Und natürlich die Suche nach den Surfspots nicht zu vergessen. „Ditch Plaines“ bei Montauk ist dabei nicht wegzudenken. Zahlreiche Point Breaks reihen sich am Ende der Insel aneinander.

Wie es der Zufall so will habe ich also mit meinen Mitbewohnern Ron und Anna vor eineinhalb Wochen gemütlich auf der Couch gesessen. Wir sind aufs Surfen gekommen und Ron erzählt von seinem Freund John, der verrückt nach Wellen und Boards ist. Und hey, eigenlich könnten wir den mal besuchen, der wohnt in MONTAUK. Ihr könnt euch mein Gesicht vorstellen….

– Ja, wie, seriously or what?

 – Sure!

Was wir von einem Wochenendausflug halten würden…

– To Montauk? I’ve always wanted to go!

 – So, let’s do it!

– Let’s do it!

Und so sitzen wir Sonntag früh im Auto Richtung Montauk: Ron, George (ein weiterer Freund von Ron), Anna und ich. Ein Roadtrip der Sonne entgegen, mit HERRlichem Jazz Musik Talk vorne und glücklichen StrickFRÄULEINS hinten auf der Rückbank.

Montauk. Es riecht nach Kaminfeuer. Geräuchert, nach Holz und Meer. Das Donnern der Brandung dringt bis ins Haus. Ich muss an Jackett’s Island, Neuseeland denken. Wieder bin ich in einem Haus am Strand gelandet. Bei Unterkünften scheint mir das Glück wirklich hold zu sein. Ich schicke zum Dank eine Opfergabe aus mentalen Heringen und Muscheln an Neptun. Und an John, der uns dieses mehr als nette Häuschen zur Verfügung stellt. Überall liegt hier Surfzeug herum – Boards, mindestens 10 Stück, Wetsuits in allen erdenklichen Millimeterstärken. Einen Busch vor der Tür schmücken Neoprenschuhe, die wie Weihnachtsbaumkugeln auf die Zweige gesteckt sind. Surfbücher und -guides bevölkern ein Regal im Erdgeschoss, ein Indoboard auf der Terrasse wartet darauf, dass ich ihm meine Balance schenke. Wir erkunden das Haus, ich schwappe über vor Begeisterung. Da ist noch ein Schuppen im Garten, noch mehr Boards. John und Liz machen währenddessen Salmonburger, aber Anna und ich schnappen uns nur einen Café. Wie kommt man hier zum Strand? Mit unseren Tassen machen wir uns auf den Weg, es sei nur ein kurzer Weg sagt John. Drei Minuten. Keine Zeit zu verlieren, wir müssen Meer sehen.

Die Grundstücke hier draußen werden von einem hohen Baumgestrüpp eingerahmt, das alle Geräusche zu dämpfen scheint. Absolutes Kontrastprogramm zu dem konstanten Geplärre der Stadt. Nur die Wellen machen Lärm, aber das zählt nicht, die gehören zur (Geräusch)Kulisse. Die Szenerie wirkt, als hätte sie schon jemand mit Fotoshop bearbeitet. Schon einen Filter darübergelegt sagt Anna, im fachmännischen Fotojargon. Ich habe mir auch einen Filter übergelegt. Der filtert nur noch frische Luft und Algenduft und all das was uns umgibt. Alles andere wird ausgesiebt. Ein langer Strandspaziergang. Das Kliff – „Bluff“ wie sie es hier nennen – die Wellen, viel Weißwasser. Treibholz, Strandgut, diese Farben! Sandfarbene Strandfarben. Mit Dünengras und Muscheln und dem endlosen Himmel ohne Wolken mit viel Sonne. Wir filmen und fotografieren und rollen im Sand. Ich bin froh, dass Wintersaison ist. Außer ein paar Hundebesitzern und einer Reiterin begegnet uns niemand. Dabei soll hier im Sommer die Hölle los sein.

Als wir zurückkommen ist das Buffet schon aufgebaut. Taccos, Guacamole, Salsa. Football is on. Vor uns, eher vor George, John und Ron, liegen 6 Stunden Sport (…). Zwei Halbfinals zum Superbowl sind zu bestreiten. Da braucht man Sitzfleisch!! We watch the games, Anna and I knit our scarfs. The fire is burning and the sun disappears behind the dunes, behind the trees…..Manchmal macht das Glück wirklich Haufen. Uns geht es einfach nur gut. Und so kürt Anna das Motto dieses Trips mit einem entspannt seufzenden: Could be worse!, als wir bräsig auf dem Sofa liegen.

Nach zwei Stunden Kaminräucherei, Essen und der Ladung Frischluft von vorhin wanke ich in mein Zimmer. Die Schläfrigkeit im Arm. Bei offenem Fenster liege ich im Bett, die Decke bis unter die Nase gezogen. Meeresluft weht herein, kühl und frisch. Es ist schon dunkel geworden, ganz dunkel hier draußen. Die Sterne und der Wind. Und ich liege einfach nur da, atme und dämmere davon, in einen unglaublich erholsamen Schlaf.

– Sorry guys, guess I fell asleep…

– Heyyy, roommate*, there you are…get something to eat!

(*  „roommate“ ist mein neuer Spitzname. So hat Ron mich getauft, weil er laut Anna am Anfang nie meinen Namen aussprechen konnte. Als ich noch ein Skypekontakt aus Deutschland war. jetzt macht er das aber schon ganz gut. Aber „Hey roommate, what’s up?“ beim Nachhausekommen zu hören gefällt mir eigentlich auch ganz gut. Vielleicht sollte ich das bei Starbucks versuchen…)

Das zweite Spiel beginnt in ein paar Minuten. Die Herren der Schöpfung sind noch immer Feuer und Flamme. Annas Wolle ist inzwischen aufgebraucht, Ron trägt schon seinen neuen Schal. Ich stricke weiter. Zwischendurch immer wieder auf den Balkon, frischlüften. Wir beobachten die Sterne beim Wandern gen Westen. Der große Wagen hängt hier merkwürdig auf der Seite, Orion steht am Anfang genau über uns. Ein letztes Glas Wein. Der Superbowl hat seine Teams und wir verkriechen uns in unsere Betten.

Auch als ich aufwache ist es still. Bis auf ein gelegentliches Schnarchen aus dem oberen Stockwerk. (George und John, die beide aus dem Musikbusiness kommen, schmieden später beim Frühstück Pläne wie sie Rons nächtliches Sägen für einen Remix verwerten könnten. Anna bezweifelt, dass man den Ton und dessen Lautstärke bei einer Aufnahme überhaupt originalgetreu wiedergeben könnte.) Brrr, schnell raus aus dem Bett und wieder rein in warme Klamotten. Laufschuhe an, GoPro auf den Kopf und los. Ich trabe los in Richtung Strand, biege rechts ab und nehme den Trampelpfad, der sich oben auf dem Kliff die Küste entlangwindet. Das Meer hat heute seinen gutmütigen Charakter aufgelegt. Bei der morgendlichen Windstille brechen nur ein paar kleine Wellen dicht am Ufer. Glasklar und definiert im glänzenden Licht der Morgensonne. Heidewitzka, was für ein Kitsch. Und wieder ist niemand unterwegs. Nur die üblichen Verdächtigen: Hunde und ihre Anhängsel. Wie immer. Ich laufe jetzt am Strand, drehe irgendwann um und falle rechtzeitig an den Frühstückstisch, wo John mir kaum das ich sitze schon eine Waffel mit Sirup auf den Teller gleiten lässt.

Heute ist übrigens Feiertag, deswegen können wir getrost auch noch den Montag in Montauk verbringen. Und so fliegen wir aus einen Ausflug zum berühmten Leuchtturm an der Spitze der Insel zu machen. Eine seltsame Truppe, finden Anna und ich, auch als wir uns später zu Hause die Fotos anschauen. Aber sehr gelungen, gut gewürfelt. Ein echter Kniffel.

Gegen drei müssen wir uns loseisen vom Paradies. Wortwörtlich. Es ist ziemlich kalt geworden. Und grau. Es fängt leicht an zu schneien. Als wir eine gute halbe Stunde auf dem Highway unterwegs sind wird der leichte Schnee zu dichtem Gestöber. Verrückter Szenenwechsel von gestern auf heute. In der Stadt ist dann wieder gar nix mehr weiß. Nur laut und hoch und geschäftig und irgendwie so gar nicht wie in Montauk.

Montauk ist also nicht mehr nur ein Buchtitel, ein Ort im Film oder ein Surfspot. Montauk hat in diesen Tagen ein Gesicht bekommen und mein Kopf oder Herz oder beides einen Sehnsuchtsfleck mehr.

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…das Video folgt noch. WIr müssen noch schneiden!!

Getting started…

Ich hab da was vom Anfang gefunden…:)

Das war ein erster Versuch. Ab jetzt kann ich also auch eigene (nicht nur von youtube) Videos auf den Blog laden. Bentschie und das Blogmopped haben dazu ein kleines Upgrade unternommen, weil wir auf weiterhin gute Zusammenarbeit hoffen. Dabei ist auch die wunderbar unkomplizierte Domain http://www.blogmopped.com für uns entstanden (statt des Rattenschwanzes blogmopped.wordpress.com oder .de). Jaja, ist schon fancy dieser virtuelle Aufstieg, wenn auch nicht ganz kostenlos. Das ist wie im wahren Leben…

Wir melden uns demnächst vielleicht schon mit mehr Videomaterial zurück, denn Montauk, Long Island steht auf dem Plan für das lange Wochenende (Montag ist Feiertag in Amerika, Martin Luther King feiert Wiegenfest). WG Ausflug an den Strand. Ahoi !

@ Work

Ach verdammt, morgen ist schon wieder Freitag und ich wollte mich ja mal früher melden…hier gibt es ein paar Bilder vom German Book Office, meinem Arbeitsplatz, und dem Goethe Institut NYC. Wir sitzen sozusagen in einer kleinen Ecke des Goethe Institutes, weil das GBO viel mit Goethe zusammenarbeitet und außerdem auch vom Auswärtigen Amt unterstützt wird.  Mit Soho haben wir da wirklich eine ziemlich nette Lage abgegriffen. Das weiträumige, helle Büro ist dazu noch im 11. Stock gelegen, d.h. die Aussicht kann sich sehen lassen und das Viertel hier ist ziemlich lebhaft. Vor allem was Shopping und Essensmöglichkeiten angeht…gefährlich! Jeder Lunch sieht anders aus, mal asiatisch, mal italienisch, mal französisch, mal starbucksich, mal bagelich, mal salatich, mal der-chef-läd-zum-essen-ein. Das letzte mag ich am liebsten:)

Was das GBO macht in Kürze: Es ist ein Büro, das die internationale Arbeit der Frankfurter Buchmesse unterstützt bzw wurde als solches gegründet. Im Prinzip wird hier die Vermittlung und Übersetzung Deutscher Literatur im Bezug auf den Buchmarkt der USA vorgenommen und gefördert. Das bedeutet viel Informationsarbeit, beispielsweise veranstalten wir Ende Februar ein Festival Neue Literatur, bei dem sechs deutschsprachige Autoren nach NY kommen und Lesungen abhalten, mit Studenten diskutieren etc.

Außerdem gibt es pro Jahr zwei Ausgaben der Broschüre New Books in German. Dabei durchkämmt eine Jury aus Literaturkritikern, Verlagsleuten etc im Vorfeld den deutschen Buchmarkt, schaut sich die Neuerscheinungen an und überlegt dann, welche Bücher für eine Übersetzung für den englischsprachigen Raum geeignet wären. Da sitze ich momentan zum Beispiel dran. Ich erstelle die Liste der engeren Auswahl, lese die Rezensionen und halte fest, welche Bücher zur Übersetzung empfohlen werde und warum. Nächste Woche haben wir dann wieder ein Meeting, bei dem eine noch engere Auswahl getroffen wird.

Hier sind noch ein paar Links:

http://festivalneueliteratur.org/          http://www.buchmesse.de/bilder/new_books_in_german_2012.pdf

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A weekly note

Eine Woche. So grob. Ich versuche demnächst mal kleinere Häppchen zu servieren. Derweil: Enjoy!

1. Running

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Eintrag Lauftagebuch 07-01-2013:

„Montag morgen. Dritter Arbeitstag. Gott, 05:50 Uhr, ist das dein Ernst? Draußen ist es noch stockdunkel, praktisch Nacht. Im Zimmer ist es eiskalt. Mein Mitbewohner Ron schnarcht durchdringend auf dem Sofa. Alles spricht dagegen jetzt aufzustehen und sich in die Laufsachen zu zwängen. Aber ich spüre, dass der Tag nicht gut werden wird, wenn ich mich in diesem Moment von meinem schlaftrunkenden Selbst überreden lasse nicht zu gehen. Ne Stunde länger schlafen…in ner Stunde bin ich auch nicht wacher. Lieber heute Abend laufen….als ob ich nach der Arbeit motivierter wäre. Scheiße. Also los. Es ist 6:20 Uhr als ich auf Zehenspitzen an der Couch vorbei schleiche. Ich schnüre meine Laufschuhe, vermumme mich mit Schal und Stirnband und trabe los in die Dämmerung, gen Central Park. Zum Glück ist schon etwas los, Und wie. Die Läufer und Hundebesitzer sind die Schlaflosen der Stadt. Heller wird es erst gegen 6:45 Uhr. Über Asphalt, gelegentlich Stock und Stein. Mein Laufguru, Haruki Murakami säuselt mir ins Ohr und alles ist gut. Die Beine sind locker, alles zieht vorbei und der Himmel färbt sich kitschig rosa-blau…“lila Wolken“ klingt auf dem shuffle Modus des iPods an – ohne scheiß, ganz zufällig! Es wird immer voller. Ich laufe 40 min. und biege ab in die 96. Straße. Irgendjemand hat mal gesagt, dass Laufen am Morgen den Tag verlängert. Als ich ins Büro fahre habe ich das Gefühl ich bin schon ewig wach. Und frisch und munter. Wie ein Fisch und geh nicht unter (höhöhö).“

Nach diesem Muster spielen sich einige frühe Stunden ab. Vom Widerwillen zur Beschwingtheit. Warum das alles? Das Training hat begonnen. Das Ziel heißt Hamburg 21.04.2013. Eine fixe Idee, die Karo und ich im Bruchteil einer euphorischen Neujahrssekunde via facebook fällten. Und wo könnte man sich besser auf einen Marathon vorbereiten, als in der Traumstadt vieler 42, 195-Fanatiker…zumindest theoretisch. Ich laufe eigentlich lieber etwas abgeschieden, für mich im Einklang mit der Natur oder sowas kitschiges. Davon bin ich im Central Park allerdings meilenweit (im wahrsten Sinne des Wortes und ich tue mich noch schwer mit der Meilen-KM Umrechnung) entfernt. An Sonntagen könnte man direkt klaustrophobische Anfälle bekommen, weil die New Yorker an Wochenenden die grüne Oase Manhattans regelrecht stürmen. In neonfarbenen Funktionsoutfits ziehen schmächtige size zero Damen stromlinienförmig an mir vorbei, riesige Pulks von Laufgruppen kommen mir rythmisch trabend wie eine undurchdringbare Wand entgegen. Ich springe über die seitliche Absperrung der Asphaltlaufbahn und …weiche einem Hund (Ratte?!) und seinem Frauchen aus, die gerade das Geschäft ihres Lieblings aufsammelt. Selten habe ich so viele Hunde im „Augenblick des Geschehens“ beobachtet. An jeder Ecke, überall, ständig wird einem hier vor die Füße geschi…ich übergebe das Wort an Max Frisch:

„SANITATION:

immer noch erwache ich viel zu früh. Bevor der Alltag losgeht, führen sie ihre Hunde und Hünchen durch die Straßen, halten sich an der Leine, während die Tiere pinkeln oder scheißen. Eine Hundestunde morgens, eine Hundestunde abends. Man muss eben aufpassen, wo man hintritt.“

(Max Frisch, aus „Amerika!“)

Central Park kenne ich also nun schon fast wie die berühmte Westentasche. Vor allem geht es hinauf und hinunter, was die Beine ein wenig strapaziert. Einmal herum auf diesem sogenannten „outer drive“, der Asphaltstraße, sind es ca. 9,7km. Besonders der nördliche Teil, das Harlem Meer, ist ein Traum. Ein großer See von Hügeln gesäumt, die einen ein wenig aus der Flut der Läufer entkommen lassen und das Gefühl von Natur entstehen lassen. Ein Plateau mit Kiefern erinnert mich an Frankreich, an die Seekieferwälder an der Atlantikküste. Eine Alternative zum Park sind die Ufer des Hudson Rivers im Westen. Dort lässt es sich kilometerweit laufen. Nur im Dunkeln ist es dort unheimlich. Deshalb wird das wohl eher das Laufterrain für Wochenenden, denn in der Woche geht ohne Dunkelheit leider gar nix. Winterschicksal. Oh, was mir zum Zentralen Park noch einfällt. Herr Frisch, bitte:

„CENTRAL PARK:

A reliable source has taught me that the famous squirrels are not in fact squirrels, but tree rats. Once there were squirrels here. The tree rats are not reddish like squirrels, but are no less decorative. One can watch them from quite close for minutes at a time, so tame are these tree rats. The main thing that distinguishes them from squirrels is that they destroy squirrels.“

Man lernt nicht aus. Neben Baumratten: Celebrities habe ich übrigens noch nicht getroffen, außer eventuell neulich früh Justin Timberlake. Der kam mir vielleicht entgegengejoggt. Aber es war ja noch ziemlich dunkel. Wer weiß. Eigentlich auch ziemlich egal.

 

2. Working

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Hmm, I skip this section. Ich mache diese kommende Woche mal ein paar mehr Bilder im Büro. Dann erzähle ich was von der Arbeit. Ist ja auch erst eine Woche gewesen, was soll man da erzählen. Aber soweit ist alles gut, die Leute sind nett, ich habe was zu tun, tralala. Demnächst mehr.

3. Reading

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Im Goetheinstitut NY, in dem auch unser Büro ansässig ist, gibt es diese Bibliothek. Fataler Weise. Demnach bin ich Freitag mit einem Stapel Bücher nach Hause gestolpert. Ich weiß nicht, wo ich anfangen soll. Max Frisch habt ihr bereits zu hören bekommen. Unsympathischer Typ, was das Äußere angeht, aber er hat ne Menge über Amerika geschrieben. Für ne ganze Weile hier gelebt. Und  hat demnach wirklich interessante Dinge über Land und Leute geschrieben. Vor Ort sowas zu lesen ist viel spannender, weil man einiges direkt beobachten kann. Ich sage nur siehe oben, die „scheißenden Hunde“. Und von solchen Wahrheiten schreibt er einiges. Außerdem hat er „Montauk“ geschrieben, was mich auf Long Island und den selbigen Ort gebracht hat. Karo, da fahren wir im April hin. Das äußerste Ende von Long Island.

Tragischer Weise musste ich diese Woche ein Buch beenden, das mir so sehr am Herzen lag wie lange keins. „Beck’s letzter Sommer“ von Benedict Wells klingt noch nach. Macht eins richtig und sucht den nächsten Buchladen. Es ist großartig. Und ich bin traurig, dass es mich nicht mehr in die Bahn und die Cafés, an die Waterfront und ins Bett begleitet. Am liebsten würde ich es weiter mit mir herumtragen. Es ist ein deutsches Buch, ja, aber es hat die erste Zeit hier in New York sehr geprägt.

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4. Chill (mal dein Leben)

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Nach fünf Tagen im Büro und mit reichlich Lesestoff konnte und sollte dieses Wochenende einfach nur lazy werden. Wunderbar gammelig. Ich habe mit meinen Mitbewohnern um die Wette gechillt.

Samstag: ausschlafen, laufen, in den Straßen wandern, lesen, stricken (jaha, ich stricke!! semi-professionell, aber ich stricke!) bisschen Praktikumsbericht, essen, schlafen.

Sonntag: ausschlafen, laufen, food shopping* und Uptown-Rundfahrt im Auto mit Anna und Ron (Harlem, Columbia University, Morningside Heights) essen, schlafen, lesen, essen, schreiben, schlafen.

*aha, kultureller Unterschied: Während die Deutschen sich samstags in den Geschäften drängen und sonntags Familienzeit oder sonstigen, eher weniger materialistisch geprägten Tätigkeiten nachgehen, ist das in New York andersherum. Weil hier auch am Sonntag alles geöffnet hat, nimmt man eher den Samstag für die Familie, Freunde etc und geht sonntags mit viel Begeisterung dem (food) shopping nach. Was es hier für Essen gibt. Und was man dafür ausgeben kann (und es gelegentlich leider tut, überwältigt von ausladenden Käsetheken und gigantischen Kuchenregalen und Obstpyramiden, auf die jeder Pharao neidisch wäre). Himmlisch. So ganz ohne Fastfood.

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Achso, ja, ich habe mir eigenen Café gekauft. Das hilft, schränkt den Starbuckskonsum ein. Es ist nicht leicht, aber das ist Entzug wohl nie. Und Instantcafé mit stümperhaft aufgeschäumter Milch (ich vermisse meinen Aufschäumer!) ist zwar kein vergleichbares Geschmackserlebnis, hilft aber zur Ablenkung.

Und mir ist übrigens bisher nichts passiert, trotz Häuserbrand einen Block vom office entfernt, Grippeausbruch in den USA (man plädiert im Büro dafür sich impfen zu lassen, aber ich glaube ich vertraue auf mein Immunsystem…Panikmache hier!) und Fähren-Crash am Pier 11 (jemand aus dem Büro saß drauf und wurde gleich mal von der ard interviewt – vielleicht hat der ein oder andere es ja im deutschen fernsehen mitbekommen) während der letzten Woche. Gefährliches New York!!

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5. Sleeping


 Ron schnarcht schon wieder auf der Couch. Ein Zeichen, mich auch in die Federn zu betten. Morgen ist schon wieder Montag. Aber das ist okay. Kurioser Weise vergeht die Zeit hier wirklich mal langsam. Warum weiß ich nicht, aber es ist gut so.

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Starbucks Konversation

Morgens, 9:00 in New York:

„What’s your name?“

„Bentje“

„What?“

„B-E-N-T-J-E“

(Gerunzelte Stirn, skeptischer Blick, stagnierender Filzstift…ich gebe auf:)

„It is Lina, write LINA“

(Die Stirn der Starbucksfrau glättet sich, glückseelig kritzelt sie den Namen auf meinen Pappbecher und reicht ihn zur Befüllung weiter)

Die Moral von der Geschicht‘:

Wenn ich mich nach nem Café sehn‘, muss ich ne andre Identität annehm‘.

Danke an Lina und Lina, dass ihr mir euren Namen leiht. Vielleicht probiere ich mal alle eure Namen durch und erstelle dann ein Ranking, welche Namen auf der Verständlichkeitsskala auf nordamerikanischem Territorium ganz oben rangieren (allerdings versteht auch in Deutschland niemand direkt meinen Namen, es liegt nicht nur an den Amis…). Das ist also der ideenbehaftete Rattenschwanz eines simplen Cappuccinos vor der Arbeit;)

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Trostloses Coney Island

Nachtrag zum 01-01-2013:

Ich wollte Meer sehen. Und weil ich den Times Square Wahnsinn am Silvesterabend gemieden hatte, verspürte ich am Neujahrsmorgen weder einen Kater noch allzu große Müdigkeit. Die blaue C Linie  nach Midtown, Manhattan war an diesem Morgen wie leergefegt und auch der orange F train beförderte kaum mehr als eine handvoll Leute.  Nachtschwärmer, mit ihren goldenen Zylindern und grün glitzernden 2013-Brillen. Das Morgengrauen zeigte sich eher grau als schillernd. Happy New Year, anyway. Ich weiß nicht wie viele meiner stummen, sanft schlummernden Mitreisenden im Endeffekt freiwillig nach Coney Island hinausfuhren – für eine Mütze voll Schlaf reichte die fast einstündige Fahrt durch Manhattan und Brooklyn aber allemal.

Auf Coney Island, einer Halbinsel an der Atlantikküste, war Totentanz angesagt. Ich hoffe nicht wortwörtlich, denn nachdem ich aus dem Bahnhof hinaustrat, waren rot-blau-weiße Lichter diverser Polizeiautos quasi mein Sonnenaufgang über dem Pier. Keine Ahnung, ob da jemand böse statt gute Vorsätze hatte. Diese amerikanischen Sirenen und Blinklichter erinnern mich ständig an irgendwelche Schießereien und Krimiserien. Prägendes Fernsehen, großes Kino. Etwas nervös schlich ich an der Hauptstraße entlang, auf der Suche nach dem nächsten Aufgang zur Strandmeile. Außer der Polizeiautos war keine Menschenseele unterwegs und unter dem grauen Januarhimmel lag der berühmte Vergnügungspark des Strandbades zwischen mir und dem Meer trostlos und verlassen da. Der helle Tag und der Winter entblößten ihn. Sinnlose, hässliche Saisonlosigkeit drang aus den Bahnen und Buden. Verschlossene Metallgitter, die im Wind quietschten und die abblätternde Farbe der Attraktionen. Ein blauer Delphin wippte mit einem erstarrten „life-is-beautiful“-Lächeln im Wind vor und zurück. Ich ging schneller, bloß ans Wasser. Algengeruch stieg mir in die Nase als ich die Promenade betrat und der Wind wurde immer schneidender. Hier waren mehr Menschen unterwegs, am Meer. Vor allem Jogger und Hundebesitzer. Und Hunde. Ich trat auf den breiten Strand, Sand nicht zwischen den Zehen, aber immerhin unter den Winterstiefeln. Eine Ahnung von Sommer. Mit ganz viel Nordsee-Sylt-Flair gewürzt. Bis ich mich umdrehte und hinter mir die Hochhäuser erblickte, die weder appetitlich noch ansehnlich waren. Sehr geschmackvoll… Für eine Weile stand ich mit ein paar Möwen dumm am Ufer rum, stierte in die grau-braunen Wellen und kämpfte mich ein Stück gegen den Wind. Nicht mal ein schönes melancholisch-winterliches Gefühl wollte sich auftun. Also ließ mich bald zurück in die Bahn wehen. Eine Stunde Rückfahrt, „ohne Frühstück , nicht mal Café“ grummelte mein Magen. Und so gab ich nach 40 Minuten auf, unterbrach die Fahrt und ließ mich ins nächste, in der Tat sehr einladende Café fallen. Der Geschmacklosigkeit des Morgens war so ein Ende gesetzt. Und wenigstens hatte ich Meer gesehen und die Seele und Haare ein bisschen im Wind windzerzaust – aber Coney Island brauche ich nicht nochmal.

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