Ich glaube, ich bin da.
New York nachts um 01:00. Ich habe endlich den Rucksack abgeworfen und liege in einer Wohnung im 12. Stock, 86. Straße auf einer schmeichelhaft weichen Matratze. Allerdings wäre gerade selbst der härteste Knochen von Isomatte gemütlich. Ich bin müde – die Reise war lang. Hamburg-London-JFK New York. Sie haben mich reingelassen, die Kontrollfreaks. Alles gut. Nur eine kurze Verirrung in der Subway eben, falscher Zug, zu weit gefahren. Bisschen unheimlich. Aber Yellow Cab ist was für Anfänger.
Die Heizung pustet trockene Luft in den Raum. Abschalten kann man hier gar nichts. Lassen wir also die kühle Nachtluft durchs Fenster säuseln. Und mit ihr all die anderen Geräusche einer neuen Stadt. Die Dächer sehen genauso aus wie in den Filmen. Und vor einem meiner Fenster steigt im zickzack eine rostige Feuerleiter nach oben. Das Bekannte Unbekannte. Dank Hollywood. Im Osten kann man durch die Hochhäuser Wasser sehen, und Bäume. Central Park. Aber vor allem sind da Lichter. Überall. Nächte in New York gefallen mir jetzt schon. Und obwohl die Stadt nie schläft gehe ich schlafen. Vielleicht liegt morgen früh schon Schnee.

