Aufbruch

Es ist  Zeit aufzubrechen. Zeit, neue Wege einzuschlagen. Mal wieder. „Nur wer bereit zu Aufbruch ist und Reise, Mag lähmender Gewöhnung sich entraffen“ sagt Hesse. Und so lässt man zurück, entflieht dem Alltag, der sich nie einstellte. Weil er keine Zeit fand in unser Schnelllebigkeit. Und doch scheint der Trott hinter jeder Ecke zu lauern, bereit zum Sprung. Deshalb fliehen wir. Bevor die Monotonie von uns Besitz ergreifen kann sind wir auf und davon. Der Rastlosigkeit folgend. Denn wir, wir haben Panik vor Enge. Entwickeln klaustrophobische Ängste in der Tretmühle der Gesellschaft. Immer weiter laufen, weiter suchen, niemals finden?

Es muss das Herz bei jedem Lebensrufe/ Bereit zum Abschied sein und Neubeginne,/ Um sich in Tapferkeit und ohne Trauern/ In andre, neue Bindungen zu geben./ Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne,/ Der uns beschützt und der uns hilft, zu leben.“ So ziehen wir also los. Ziehen weiter, zu neuen Orten, neuen Menschen, neuen Erfahrungen. Aber vergessen nicht. Nehmen mit in der Erinnerung was uns prägte. Bemüht um ein Leben im Hier und Jetzt – Carpe Diem. Stattdessen Sehnen und Vermissen im Augenblick der Gegenwart. Doch „Wir sollen heiter Raum um Raum durchschreiten„. Wir finden Trost in der Unstetigkeit. Wir sind Suchende. Noch können und müssen wir weiterziehen. Und so machen wir uns auf.

Wohlan denn Herz, nimm Abschied und gesunde!

 

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